Langenfeld: Schaustall wird renoviert

Langenfeld : Schaustall wird renoviert

Mit dem für zunächst vier Jahre gesicherten Fortbestand der Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit (GGA) im ehemaligen Fabrikgebäude am Winkelsweg wird die im gleichen Haus untergebrachte Kleinkunstbühne erneuert.

Der Schaustall am Winkelsweg ist für Kleinkunstfreunde ein beliebtes Ziel. Kabarettisten und Comedians aus der ganzen Republik schätzen die intime Atmosphäre im Obergeschoss des ehemaligen Fabrikgebäudes, sogar Hochkaräter nutzen die Bühne, um etwa bei Vorpremieren ihres neuen Programms im kleineren Rahmen Publikumsreaktionen auszuloten.

Doch außerhalb der Vorstellung ist Schluss mit lustig. Die Künstlergarderobe hinter der Bühne ist sehr eng, zumal dort auch der Kino-Filmprojektor steht. Und wenn die Auftretenden zu Austretenden werden, führt sie der Weg zur Toilette durch ihr Publikum. "Zu Recht müssen wir uns wegen solcher Verhältnisse immer wieder Klagen anhören", meinte Schauplatz-Geschäftsführer Reinhard Küpper im Gespräch.

Doch Besserung ist in Sicht und zum Teil schon erfolgt: Handwerker sind dabei, nach der Heizung nun unter anderem die Sanitäranlagen zu erneuern. Weitere Arbeiten folgen.

Berufsvorbereitung mit 77 Plätzen

Das sind untrügliche Zeichen für den lange Zeit nicht geklärten Fortbestand dieses Hauses, das sich der Schaustall mit der städtischen Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit (GGA) sowie dem Kinderhaus teilt. Vorerst zukunftssichernd war nach Auskunft von Fachbereichsleiter Ulrich Moenen der Zuschlag, den die GGA kürzlich bei einer öffentlichen Ausschreibung bekommen hatte.

Bis zu 77 junge Leute ohne Ausbildung und teils schwieriger Biografie werden in einem zunächst auf zwei Jahre befristeten und vom Staat finanzierten Förderangebot in den GGA-Werkstätten und der Berufsschule auf eine spätere Lehrstelle, beziehungsweise den Einstieg in einen Job vorbereitet. Bislang hat die Arbeitsagentur nach Moenens Angaben 54 junge Erwerbslose vor allem aus Langenfeld, aber auch aus Monheim zugewiesen.

Da die GGA mit ihren sechs Werkbereichen eine Option habe, diesen berufsvorbereitenden Lehrgang um weitere zwei Jahre zu verlängern, bestehe eine gesicherte Perspektive bis zunächst 2015. "Dabei hatten wir im Rathaus schon überlegt, ob wir das Gebäude überhaupt weiternutzen oder es doch abstoßen sollten."

Diese Zukunftsperspektive am Standort Winkelsweg schließt auch den Schaustall mit ein, dessen Umzug in die ehemalige Feuerwache In den Griesen vorübergehend erwogen, doch Ende 2009 von der Ratsmehrheit ausgeschlossen worden war. Laut Christiana Schwarz vom städtischen Gebäudemanagement stehen für Arbeiten in der früheren Fabrik bis Ende des Jahres 120 000 Euro bereit. "Die Heizungsanlage wurde schon erneuert. Es folgen Brandschutztüren und Toiletten."

Schauplatz-Geschäftsführer Küpper ist froh, dass Kleinkünstler bei ihren Gastspielen am Winkelsweg künftig über zwei Räume mit Nasszelle verfügen werden. "Das sind dann würdige Verhältnisse." Als weitere Schritte kündigte er für die nächsten beiden Jahre eine Umgestaltung des Schaustall-Cafés und seiner Theke sowie einen Außenanstrich der Fassade an.

(RP)