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Schärfere Corona-Maßnahmen für Besuche in Seniorenheimen im Kreis Mettmann

Schärfere Corona-Maßnahmen im Kreis Mettmann : Das gilt jetzt für Besuche in Senioreneinrichtungen

Kreis verschärft Besuchsregelungen für Alten- und Pflege-Einrichtungen: nur noch ein Besucher pro Bewohner am Tag. Außerdem sind PoC-Antigen-Schnelltests jetzt verbindlich.

Mit der Verschärfung der Besuchsregeln hat der Kreis Mettmann am Montag auf die hohe Zahl von Corona-Fällen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen reagiert. Am Mittag veröffentlichte der Kreis das Amtsblatt mit der entsprechenden Allgemeinverfügung. Demnach werden die Besuche pro Tag limitiert, außerdem ist ein Schnelltest vorgeschrieben. Die neuen Regeln gelten ab Dienstag.

Rund ein Drittel aller Corona-Fälle können Senioren- und Pflegeeinrichtungen zugeordnet werden. Die Zahl der infizierten Bewohner habe Anfang Dezember 2020 noch bei rund 100, die Zahl infizierter Beschäftigter bei rund 50 gelegen, teilte der Kreis mit. „Aktuell sind über 350 Bewohner und knapp 170 Beschäftigte infiziert“, heißt es im Amtsblatt. Die Zahlen stammen vom 13. Januar.

„Die Zahl der an Covid-19 verstorbenen Bewohner von Pflegeeinrichtungen ist seit Dezember 2020 erheblich angestiegen. Waren es bis dahin seit Beginn der Pandemie insgesamt 42 verstorbene Bewohner (Stand 02.12.2020), sind es aktuell bereits insgesamt 127 (Stand 13.01.2021). Dies spiegelt die hohe Sterblichkeit bei betagten Personengruppen wieder und macht deren besondere Schutzbedürftigkeit deutlich“, heißt es weiter. Die Zahl der betroffenen Einrichtungen liege aktuell bei 55.

Deshalb zieht die Kreisverwaltung die Reißleine. „Bewohner, die in vollstationären Alten- und Pflegeeinrichtungen im Kreis Mettmann leben, dürfen bis auf Weiteres nur noch Besuch von einer Person pro Tag erhalten“, lautet der erste Punkt der neuen Verordnung. Diese Besuche seien zudem nur zulässig, „wenn die Besuchsperson an jedem Besuchstag vor dem Besuch durch PoC-Antigen-Schnelltest getestet worden ist und hierbei ein negatives Testergebnis erhalten hat“, erklärt der Kreis. Die Tests werden vor Ort durchgeführt.

Für das Marienheim in Monheim, das sich in Trägerschaft der Kplus-Gruppe befindet, ändert sich durch diese Allgemeinverfügung nicht viel. „Neu ist lediglich, dass die Tests bisher freiwillig waren. Jetzt können wir Besuchern, die sich dem PoC-Test verweigern, den Zutritt verwehren“,  sagt Sprecherin Cerstin Tschirner. Sie begrüßt diese verschärfte Besuchsregelung, weil nach der bisher geltenden nur die Mitarbeiter regelmäßig getestet werden mussten. Es bleibe aber bei der Regel, dass eine Senioreneinrichtung zwei Zeitfenster pro Tag für Besuche anbieten müsse. Die Höchstbesuchzeit habe die Leitung des Marienheims schon früher auf zwei Stunden heraufgesetzt. Insgesamt stelle die Gewährung sozialer Kontakte auf der einen und der Schutz der Bewohner auf der anderen Seite „eine Gratwanderung“ dar. Von der Gefahr der sozialen Isolation sieht sie ohnehin eher allein lebende Senioren bedroht. Im Pflegeheim hätten die Bewohner  fortwährend Ansprache durch Mitarbeiter und Betreuer. Im vergangenen Jahr habe der Träger zusätzliche Betreuer eingestellt, um innerhalb der häuslichen Gemeinschaften mehr gesellige Angebote machen zu können.