Monheim : Baumberger kritisiert Salzsilo als Schandfleck

Die Pläne für das Vorratsbehältnis seien alt. Bei Schnee und Eis gäbe es schnelle Hilfe, so der Bürgermeister in der Ratssitzung.

Baumberg hat seit Ende Juli ein neues Wahrzeichen, das allerdings vielen Anwohnern ein Dorn im Auge ist: das 25 Meter hohe Salzsilo auf dem Gelände des Betriebshofes an der Robert-Bosch-Straße, das aus zwei weißen zylindrischen Türmen besteht. In der Fragestunde für Einwohner beklagte Josef Lambertz, dass es dort am Spaghettiknoten ausgerechnet den Stadteingang von Baumberg verschandele. In der Nachbarschaft stünden viele Einfamilienhäuser. Er wunderte sich, dass darüber keine Diskussion im Rat stattgefunden habe, obwohl das Bauwerk sehr dominant sei. Er fragt sich, warum die 400 Tonnen Salz nicht in einer benachbarten Halle gelagert würden. Früher seien diese Reservemengen doch auch auswärts gelagert worden. Er regte an, die Außenflächen dieses „hässlichen Gebildes“ künstlerisch gestalten zu lassen.

Bürgermeister Daniel Zimmermann erklärte, dass am Ortseingang auch andere technische Anlagen wie ein Fernheizkraftwerk und Funkmasten stünden, die für den Ortsteil benötigt würden, ohne eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit auszulösen. Zumindest würden die Baumberger von dem Silo unmittelbar profitieren, weil ihre Straßen bei Schnee und Eis als erste gestreut werden. Die Silos seien von Anfang an Gegenstand der im Rat beschlossenen Planung für den neuen Standort der städtischen Betriebe gewesen, das gehe aus den Lageplänen hervor. Dieses Bauwerk bedeutete eine große Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter des Bauhofes. Noch bis vor sechs, sieben Jahren wurden die Salzvorräte offen unter einer Plastikplane gelagert. Das Salz habe dennoch immer Wasser gezogen und sei verklumpt, so dass die Mitarbeiter vor dem Streueinsatz mit Pickel und Hacke Brocken herausbrechen mussten. Jetzt könne das Salz trocken gelagert werden, die Mitarbeiter müssten nur noch mit dem Lkw darunter fahren, es aufladen und könnten dann sofort zum Einsatz starten. „So kann bei Blitzeis schneller gestreut werden“, versicherte Zimmermann. Rechtseinsprüche habe es bisher nicht gegeben, zumal die Häuser in einiger Entfernung zu den Silos stünden.

  • Winterdienst des Dienstleistungsbetriebs Xanten (Archiv).
    Forderung der Grünen : Xantens Winterdienst soll von Streusalz auf Sole umsteigen
  • Den Radschnellweg erkennt man an den
    Monheim : Radschnellweg: Erster Abschnitt  ist fertig
  • Foto: Julian Stratenschulte/dpa
    Deutsche Bahn : Angstgegner Schnee

Die Außenwände der Silos seien aus Glasfaserkunststoff, es werde nicht möglich sein, darauf dauerhaft Farbe aufzubringen. „Das sieht auch wegen Algenbildung schnell unansehnlich aus.“ Er bot aber an, die Silos nachts bunt anstrahlen zu lassen.