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Langenfeld: Salzlager voll - Städte kaufen dennoch

Langenfeld : Salzlager voll - Städte kaufen dennoch

Vertragsbindungen zwingen zur Abnahme von Mindestmengen an Auftausalz - obwohl genug da ist.

Von heute an dauert es noch 111 Tage bis zum meteorologischen Winteranfang. am 1. Dezember. Zeit genug für die Betriebshöfe der Städte, sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten."Die Lager sind voll", sagt Ulrich Hanke, Amtsleiter des Bauhofes in Hilden. "Wir haben im letzten Winter ja fast nichts verbraucht." Ähnlich äußerten sich auf Anfrage in Langenfeld Hansjörg Brandt vom städtischen Betriebshofchef und in Monheim Rathaussprecher Thomas Spekowius.

Obgleich die Vorräte noch aufgefüllt sind, musste die Stadt Hilden neues Streusalz abnehmen, erklärt Hanke. Es gibt eine Einkaufsgemeinschaft mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, und es ist vorgeschrieben, dass ein Bauhof eine gewisse Menge Salz abnimmt. 180 Tonnen musste die Stadt Hilden dazukaufen, "sonst müssten wir Strafe zahlen", erklärt Hanke. Die Wintervorbereitungen beginnen für den Bauhof Hilden bereits im Oktober. Dann werden die Streufahrzeuge gecheckt. Sie sind nach dem zurückliegenden Winter sozusagen eingemottet worden. Jetzt bekommen sie eine neue Wachsschicht verpasst, "gegen die Korrosion". Auch in Haan ist so gut wie kein Salz im letzten Winter gestreut worden. "Wir hatten nur eine einzige Fahrt mit Taumitteleinsatz", resümiert Fuhrparkleiter Carsten Lehmann. "Es ist fast das ganze Salz liegen geblieben." Auch die Haaner mussten vertraglich bedingt eine Mindestmenge Tausalz abnehmen. Nicht anders erging es auch den Kollegen in Langenfeld. "Die Lager sind proppevoll", sagt Hans-Jörg Brandt vom städtischen Betriebshof. Auch die Einsatzfahrzeuge seien alle topfit. Würde es jetzt schneien, wären die Langenfelder gerüstet. "Wir verbessern unsere Technik", so Brandt. Entsprechend kommen noch in diesem Jahr zwei neue Streufahrzeuge hinzu. Der Bestand an Einsatzautos ist zwar topfit, aber eben zehn bis zwölf Jahre alt. Auch in Monheim ist im vergangenen Winter kein Salz eingesetzt worden. Entsprechend meldet der städtische Sprecher Thomas Spekowius volle Lager.

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Der Winter 2012/2013 war hart. Damals war in den Bunkern der Betriebshöfe das Streusalz knapp geworden. Das sollte nicht noch einmal passieren. Die Kommunen füllten ihre Lager bis unters Dach voll mit Taumittel. Aber dann wurde das viele Salz gar nicht benötigt, weil der zurückliegende Winter kein richtiger war.

Streusalzbesteht besteht meistens zu mindestens 94 Prozent (idealerweise 98 Prozent) aus herkömmlichem Kochsalz. Es ist nicht unumstritten. Sein Einsatz hat zahlreiche Nachteile für die Umwelt, hält das Helmholtz-Zentrum in München fest. Das Salz gelangt mit dem Schmelzwasser in den Boden. Der dadurch verursachte übermäßige Eintrag von Natrium- und Chloridionen hat negative Auswirkungen auf die Bodenstruktur, es kann zu Verschlämmung und Verdichtung kommen. Auftausalz greift auch die Vegetation an, besonders empfindlich sind die oftmals an Straßen gepflanzten Linden. Aber auch Ahorne, Rosskastanien, Roteichen und Fichten reagieren empfindlich auf die erhöhten Ionen-Konzentrationen im Boden.

(RP)