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Sags Jahresberiht in Langenfeld

Langenfeld : 110 Kinder suchen 2019 Hilfe bei Sag’s

Langenfelder Verein engagiert sich gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Jahresbericht liegt vor.

Das Netz der Missbrauchsfälle spannt sich immer weiter: Lüdge, Bergisch Gladbach und Münster beschäftigen Polizei und Justiz. Doch auch in Langenfeld und Umgebung gibt es sexuellen Missbrauch.

Statistik Der Langenfelder Verein Sag’s – die Beratung und Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen –  meldet im jetzt vorgelegten Jahresbericht 2019 insgesamt 110 betroffene Kinder und Jugendliche. 65 Prozent, also die überwiegende Zahl von ihnen, sind Mädchen Insgesamt suchten 249 Menschen Rat, davon 139 Erwachsene. Zahlen und Statistiken seien zwar hilfreich, um sich einen Überblick zu verschaffen, sie sagten jedoch nichts über die Art der Hilfe aus, die die Kinder erhalten hätten, meint Katja Früh, stellvertretende Vorsitzende.

Beratung In der Beratungsstelle des Vereins an der Düsseldorfer Straße 16 werden die Mädchen und Jungen zwischen drei und 18 Jahren von zwei Psychologinnen beraten. Auch alle, die vermuten oder davon erfahren haben, dass einem Kind sexuelle Gewalt angetan worden ist, können sich dort melden. Das Team unterliegt der Schweigepflicht und behandelt alle Angaben vertraulich. Sag’s betrachtet die Situation aus der Sicht der Betroffenen, heißt es im Bericht.

Prävention Vorbeugende Maßnahmen können dazu beitragen, dass Kinder sexuelle Übergriffe als solche erkennen und sich schneller Hilfe holen können. Sag’s geht deshalb seit vielen Jahren mit Projekten an Schulen. In der Regel im Sexualkundeunterricht. Folgende Themen werden beispielsweise angeboten: „Wie bekomme ich Hilfe?“, „Was ist sexuelle Gewalt?“ oder „Mein Körper – meine Grenzen!“ 2019 fanden 20 Projekte an Grundschulen, 15 Projekte an weiterführenden Schulen und sieben Projekte als Fachkräftefortbildung statt.

Theater Im Mai 2019 wurde das von Sag`s produzierte Theaterstück #ThePinkGhost aufgeführt. 500 Besucher sahen das Stück für Menschen ab 14 Jahren in der Stadthalle. Initiiert von Alexandra Schneider wurde es von Katja Früh und Stefan Rensch geschrieben, konzipiert und inszeniert. Hauptperson ist die 16-jährige Helene, die das Projekt #ThePinkGhost über Instagram und ihren eigenen Blog bekannt macht. Sie war unterwegs, um Opfer sexueller Gewalt aufzusuchen und sie ihre Geschichte erzählen zu lassen. 47 Porträts sind so entstanden. Helene selbst war der erste Pink Ghost. Das Stück soll weiter für Schüler aufgeführt werden.

Verein Sag’s ist ein eingetragener Verein und wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Vorsitzende ist Cornelia Schuischel, Stellvertreterin ist Katja Früh und Kassiererin ist Elke Schumacher. Das Team besteht aus Psychologinnen und Sozialpädagoginnen mit unterschiedlichen therapeutischen Ausbildungen. Sag’s beteiligt sich an Arbeitskreisen wie dem Netzwerk Frühe Hilfen und Elternschule, Gesundheitsförderung, Kinderschutz und sexuelle Gewalt.