Langenfeld: RP-Leser über wahre Falschparker

Langenfeld : RP-Leser über wahre Falschparker

Nach dem RP-Bericht "Das sind die wahren Falschparker" teilen etliche Leser den Ärger über Autofahrer, die ihren Wagen so parken, dass zwei Stellplätze blockiert sind. Hier drei von ihnen:

Nicht nur in innerstädtischen Parkbuchten, sondern auch direkt vor der Haustür ist rücksichtsloses Verhalten nach Beobachtung von Melanie Clark an der Tagesordnung. "Man könnte meinen, es gäbe so eine Art Wettbewerb: Wer kann mit seinem Auto am meisten Parkraum in Anspruch nehmen? Mit einem handelsüblichen Kleinwagen sind sie in der Lage, Parkplätze zu blockieren, in dem sie hinter sich bis zur Bordsteinkante zwei Meter Platz lassen und den Platz vor sich und dem folgenden Parker so geschickt nutzen, dass dort auch ja keiner mehr zwischen passt. Dabei wird das Vehikel natürlich so platziert, dass der Fahrer möglichst parallel zur Hauseingangstüre steht, um nicht zu weit laufen zu müssen. Wenn dann noch der Lebensabschnittsgefährte seine Geländelimousine aus der Garage holt, sind die fünf bis sechs Plätze in der Parkbucht fast hoffnungslos verloren." Melanie Clark rätselt, "ob es sich bei diesem Phänomen um Koordinations- und Bewegungsstörungen oder um eine Form von Narzissmus handelt." Die Langenfelderin bedauert zunehmenden Egoismus. "Wer heutzutage noch nicht begriffen hat, dass man möglichst nur an sich selbst denken sollte, der sollte sich glücklich schätzen."

Wie Karl-Heinz Hamacher feststellt, ist es "ohne Zweifel für einige Autofahrer sehr schwer, gradlinig in eine Parklücke zu fahren. Begründung dafür ist meistens: ,Hauptsache ich stehe gut!'" Auch Hamacher sieht hierin eine Negativ-Errungenschaft des Zeitgeistes. Viel schlimmer ist nach seinem Eindruck indes die fehlende Rücksichtnahme beim Aussteigen aus dem eigenen Wagen. Nach dem Motto: "Lackschäden oder Beulen am Nachbarwagen, ist ja nicht mein Wagen, warum parkt der andere überhaupt hier!" oder "Hab ich gar nicht gemerkt!" oder "War ich aber nicht!" Die Wertschätzung für das Eigentum anderer, aber auch andere Grundwerte, bleiben nach Ansicht des Langenfelders "mehr und mehr auf der Strecke". Darüber sollte jeder als Teil der Gesellschaft nachdenken.

Nicht nur unter Autofahrern sei rücksichtsloses Parken ein ärgerliches Thema, merkt Stephan Clemens an. Es gelte auch an diejenigen zu denken, die im Rollstuhl oder mit einem Kinderwagen unterwegs sind. "Eine Stelle in Langenfeld, an der immer wieder rücksichtslos geparkt wird, ist die Einmündung Hauptstraße/Akazienallee. Hier wird fast ständig im Kreuzungsbereich geparkt und sogar oft in zweiter Reihe." Dies erschwere vor allem Rollstuhlfahrern und Eltern mit Kinderwagen das Überqueren der Fahrbahn. In Gesprächen mit der Stadtverwaltung sei Clemens zwar gesagt worden, dass dort regelmäßig kontrolliert werde. Aber er bezweifelt das. "Schließlich sind es immer wieder die gleichen Fahrzeuge, die dort falsch parken."

(RP)