Langenfeld: RP-Leser testen im Mai neue Verkehrskonzepte

Langenfeld : RP-Leser testen im Mai neue Verkehrskonzepte

Wie sieht die Zukunft des Verkehrs in der Region aus? 50 Leser können Rheinbahn, Car- und Bike-Sharing ausprobieren.

Kaum ein anderes Thema bewegt die Menschen im Raum Düsseldorf so sehr wie der Verkehr. Die hohe Bevölkerungsdichte, die zentrale Lage und die hohe Zahl von Arbeitsplätzen führen dazu, dass allein im Düsseldorfer Stadtgebiet jeden Tag mehrere Millionen Wege zurückgelegt werden. Die Folgen dieses gewaltigen Aufkommens sind für jeden spürbar, nicht zuletzt durch die täglichen Staus im Berufsverkehr.

Auch Langenfeld boomt — das zeigt sich beim Jobwachstum und einem steigenden Pendlerüberschuss wie das Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung kürzlich vorgestellt hat. Die gute Autobahnanbindung über die A 59, A 3 und A 542 erleichtert es den Einpendlern nicht nur aus Solingen, dem Bergischen Land und aus Düsseldorf, ihre Arbeitsplätze zügig zu erreichen.

Immer mehr Menschen kommen auch aus dem Ruhrgebiet — aus dem Raum Essen und Dortmund — nach Langenfeld. Zwar gibt es ein Wachstum in beide Richtungen, doch die Zahl der Einpendler nach Langenfeld ist deutlich stärker gestiegen, als die der Auspendler, so dass sich der leichte Auspendlerüberschuss 1998 in einen deutlichen Einpendlerüberschuss von rund 4000 umgekehrt hat. Wichtig für alle ist, dass das Straßennetz entsprechend ausgebaut wird.

Ab Mai beispielsweise wird die Auffahrt zur Autobahn 3 an der Anschlussstelle Hardt umgebaut und es wird eine moderne Ampelanlage installiert, um die täglichen Staus auf der B 229 nach Langenfeld und von der Stadtmitte zur A 3 zu entschärfen. Für drei Monate wird diese zentrale Auffahrt komplett gesperrt sein. Eine Umleitung wird über die A 542 eingerichtet. Die Arbeiten laufen voraussichtlich bis Mitte Dezember. Der Umbau soll die gesamte Anschlussstelle leistungsfähiger machen. Kosten: 2,5 Millionen Euro.

Düsseldorf steht als Zentrum der Region vor besonderen Herausforderungen. Jeden Tag pendeln schon jetzt 230 000 Menschen zur Arbeit aus dem Umland in die Stadt, weitere 150 000 Auswärtige kommen zum Beispiel zum Einkaufen oder zur Ausbildung.

Statistisch gesehen kommt bis zu jeder zweite Einwohner der Nachbarstädte täglich einmal nach Düsseldorf. Zugleich wächst die Stadt: Es gibt immer mehr Einwohner, immer weitere Unternehmen zieht es nach Düsseldorf — das Verkehrsaufkommen wird also in den kommenden Jahren weiter steigen. Das Auto ist dabei immer noch das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel. Drei Viertel der Pendler aus den Nachbarstädten kommen mit dem Pkw, im Stadtgebiet wird jeder dritte Weg mit dem Auto zurückgelegt. Experten sind sich aber einig: Noch mehr Autos kann das Straßennetz schwer verkraften.

Aber wie gut funktionieren die Alternativen? Die Rheinische Post wird sich dieser Frage im Mai in einer großen Serie widmen. Nicht nur Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden zu Wort kommen. Wir wollen herausfinden, wie Pendler den täglichen Weg in die Städte erleben. 50 Leser aus Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und dem Rhein-Kreis Neuss werden die Aktion begleiten — und umsteigen.

Wer mitmachen will, kann sich ab jetzt per E-Mail bewerben. Die Teilnehmer erhalten für den Monat Mai ein Ticket für Bus und Bahn in der Preisstufe, die für den Weg von ihrem Heim bis nach Düsseldorf ausreicht. Außerdem erhalten sie Freiminuten für Car-Sharing und Bike-Sharing. Kooperationspartner sind die Rheinbahn, die Car-Sharing-Anbieter car2go und DriveNow sowie der Bike-Sharing-Anbieter NextBike.

Die Tickets werden den Teilnehmern am Dienstag, 29. April, bei einer Veranstaltung im Konferenzzentrum der Rheinischen Post in Düsseldorf-Heerdt übergeben. Die Vertreter der beteiligten Unternehmen werden dann bei ersten Fragen zur Nutzung weiterhelfen.

(arl/pc)