Langenfeld/Monheim: Rocker in Monheim -Nachbarn besorgt

Langenfeld/Monheim : Rocker in Monheim -Nachbarn besorgt

Auf ihren Kutten tragen sie einen flammend roten Teufel, sie gelten als Unterstützer der "Hells Angels" und sind wie diese schon wiederholt mit der Polizei in Konflikt geraten: Die Motorrad fahrenden "Red Devils" breiten sich weltweit aus, und auch in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren mehrere dutzend Ortsvereinigungen gegründet. Den Kölner Ableger ließ NRW-Innenminister Raf Jäger (SPD) vor einem Jahr mit den dortigen "Hells Angels" verbieten. Bedrohung, Erpressung und Gewalt besonders gegen feindliche Rockerclans und andere, die ihren Gebiets- und Machtansprüchen im Wege stehen, lauteten die Vorwürfe. Kein Wunder, dass im Monheimer Waldviertel Unruhe herrscht, jetzt, da sich in der ehemaligen "Miami-Sportsbar" gegenüber von Aldi (Am Wald 20, früher "Wilddieb") ein Motorradclub mit dem flammend roten Teufel angesiedelt hat.

"Natürlich sind die Leute besorgt", sagt ein Anwohner (68): "Wir sehen die Kutten, hören die Motorräder und manch ein Nachbar fürchtet, bald werde hier auch geschossen." Dieser Argwohn ist auch im Rathaus angekommen. Seit dem Einzug der "Red Devils" in ihr neues Clubheim vor einigen Wochen habe es mehrere Beschwerden gegeben, bestätigt Ordnungsamtschef Hans-Peter Anstatt. "Wir haben ein Auge drauf", versichert er, betont aber auch: "Es gibt aus ordnungsrechtlicher Sicht bisher nichts, was sich die Nutzer der Räumlichkeiten hätten zuschulden kommen lassen." Vielmehr glaubt Anstatt: Hinter Motorradlärm vermuteten einige Anwohner jetzt automatisch Rocker und Unheil. "Der Betrieb lauter Kraftfahrzeuge ist jedoch keine Ordnungswidrigkeit." Und selbst wenn: "So ruhig wie jetzt ist es hier noch nie gewesen", sagt Kordula Hei-mann, die das Ladenlokal zusammen mit ihrem Mann Detlef an die "Red Devils" vermietet hat. Ja, es handele sich um "Rocker", aber nicht um kriminelle, sondern um einen ganz normalen Motorradclub: "Das sind ganz liebe Jungs in den Zwanzigern, die ordentlichen Berufen nachgehen, bei der Feuerwehr zum Beispiel oder einem Kurierdienst. Die kickern hier und tauschen sich über ihr Hobby aus. Und trinken noch nicht mal Bier, sondern Limo!"

Bei der "Miami-Sportsbar", die bis vor etwa einem Jahr geöffnet hatte, war das anders, wie Nachbarn berichten und das Ordnungsamt bestätigt: Wegen nächtlicher Ruhestörungen gab es immer wieder Stress. Das sei aber nicht der Grund für die Schließung gewesen, sagt Kordula Heimann: "Das haben wir dem Rauchverbotsgesetz zu verdanken! Die Gäste sind einfach weggeblieben." Hinweise auf die frühere Sportsbar sind noch an verschiedenen Stellen im Umfeld zu sehen, doch das entscheidende Aushängeschild ist jetzt das hinter der Glastür: Rot gedruckt steht "RED" auf dem DIN A4-Blatt: "Members and Supporters only" ("Nur für Mitglieder und Fans"). Einladend ist anders. Gegenüber der Nachbarschaft seien die Rocker aber offen, meint Vermieterin Heimann: "Sie haben vor einer Feier vor zwei Wochen Handzettel verteilt: Keiner braucht Berührungsängste zu haben." Auch dass die Biker Garten und Terrasse so schön in Ordnung gebracht hätten, spreche für sich.

Neben Monheim haben sich die "Red Devils" auch in Langenfeld, bis 2012 Residenzstadt der "Hells Angels" (siehe Info), niedergelassen. Das teilte die Polizei am Freitag auf Anfrage mit. Wo genau, sagte der Sprecher nicht, versicherte jedoch: "Wir haben die Clubs im Blick." Kriminell in Erscheinung getreten sei bisher weder die Vereinigung in Langenfeld noch die in Monheim. "Da sie beide der gleichen Unterstützerorganisation angehören, gehen wir auch nicht davon aus, dass es zu Gebietsstreitigkeiten kommt."

(RP)
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