Weihnachten: Richratherin schmückt Haus in Kenia

Weihnachten : Richratherin schmückt Haus in Kenia

Die Richratherin Leonie Friese absolviert noch bis Anfang Februar ein praktisches Jahr in einem Waisenhaus in Mombasa. In der RP berichtet die 17-Jährige regelmäßig über ihre Erlebnisse in der kenianischen Hafenstadt. So auch zu Weihnachten:

Die Richratherin Leonie Friese absolviert noch bis Anfang Februar ein praktisches Jahr in einem Waisenhaus in Mombasa. In der RP berichtet die 17-Jährige regelmäßig über ihre Erlebnisse in der kenianischen Hafenstadt. So auch zu Weihnachten:

Lebkuchenherzen, Schokoladenweihnachtsmänner, Butterspekulatius oder geschmückte Weihnachtsbäume habe ich in Kenia vergeblich gesucht. Das gibt es hier höchstens in den Hotels. Weihnachtsrummel schon Wochen vor dem Heiligen Abend kennen die Kenianer ebenfalls nicht und auch Bräuche wie Adventskränze oder -kalender sind ihnen unbekannt. An Weihnachten wird frühestens eine Woche vorher gedacht. Dann fangen Familien an, ihre Wohnungen und Häuser zu schmücken: Aus alten Zeitungen werden Girlanden gebastelt, und schimmernde Polyestertücher werden aus den Schränken gekramt, um sie ebenfalls in den Räumen aufzuhängen.

Mit ein paar Basteleien schmücken wir mit den Kindern auch die Räume des Waisenheims in Mombasa, in dem ich noch bis Anfang Februar arbeite. Wer hat, hängt auch Lichterketten auf. Art und Umfang des Dekorierens hängen sehr stark vom Wohlstand der Familie ab — und die Unterschiede sind in Kenia ziemlich groß. Am 24. Dezember wird dann für das Festmahl am kommenden Tag eingekauft. Abends geht der christliche Teil der Bevölkerung in die Kirche — von 21 Uhr bis Mitternacht. Für den Morgen des 25. Dezembers steht ebenfalls ein Gottesdienst auf dem Programm. Dort erscheint aber nur, wer nicht zu müde vom Vorabend ist.

Dieser Tag macht das kenianische Weihnachten aus. Es wird etwas Besonderes gekocht. Meistens ist es ein Fleischgericht, das nicht alle Tage auf den Tisch kommt. Kleine Geschenke werden ausgetauscht, und jeder zieht seine besten Kleidungsstücke an. Vielen Frauen lassen sich und ihren Töchtern unter Umständen schon Monate vorher ein neues Kleid für Weihnachten schneidern. Für Männer und Söhne hingegen wird meist bloß eingekauft. Ein neues Hemd und eventuell eine neue Hose reichen oft aus.

Wer es sich leisten kann, fährt zu seiner Familie. Viele Menschen, die an der Küste leben, kommen ursprünglich aus dem Landesinneren und gefeiert wird mit der Familie und Freunden. Andersherum kommen Besserverdienende aus Nairobi oder anderen Teilen des Landes mit ihren Familien an die Küste, um dort Urlaub zu machen — genau wie viele europäische Touristen um diese Jahreszeit.

Aber nicht nur die Christen in Kenia feiern Weihnachten. Auch die Muslime, die vorwiegend an der Küste leben, haben frei und genießen den Urlaub am Strand. Dementsprechend tummelt es sich an den ebenfalls weihnachtlich geschmückten Palmenstränden.

(ref)