Richrath: Hotspot für Harleys und US-Cars

Einkaufen : Richrath: Hotspot für Harleys und US-Cars

Bei Classic Mobile Schettler (CMS) gibt es amerikanische Autos und Motorräder auf zwei Stockwerken.

Der Sound schwerer amerikanischer Motorräder ist nicht zu überhören. Aus der Region und von weit her sind hunderte Liebhaber von Harley-Davidson-Maschinen und amerikanischer Autos der 50er, 60er und 70er Jahre in den Richrather Norden gekommen. An die Friedrich-Krupp-Straße zu Ronny Schettler. Der betreibt dort mit seinem Team den Laden CMS – Classic Mobile Schettler. Und lud kürzlich zu einem Event ein, zu dem sich nach seinen Schätzungen mehr als 1000 Gäste in dem 850 Quadratmeter großen zweistöckigen „Ausstellungssaloon“ einfanden.

Hot-Dogs, Burger, passende Unterhaltung wie Bullenreiten und der strahlendem Herbst-Sonnenschein boten optimale Rahmenbedingungen. Das erste große CMS-„Open-House zum Kennenlernen“ lenkte auch für Szene-Unkundige den Blick auf das seit 2015 an diesem Standort ansässige Unternehmen. Der im Raum Magdeburg geborene Ronny Schettler hat seine Freizeitbeschäftigung zum Zweitberuf gemacht. Sein Geschäftsziel ist es, „die amerikanischen Straßenträume für die Kunden nach Deutschland zu holen“. Motto: „Live your dream. We do the same.“ Dazu präsentiert er unter anderen bis zu 45 Motorräder aller Klassen der Marke Harley Davidson sowie bis zu 25 US-Cars wie Ford, Chevrolet oder GMC.

„Bei uns dreht sich alles um die Geschichte, das Leben und das Fahren von klassischen, amerikanischen Motorrädern und Fahrzeugen“, sagt der 50-Jährige. Die Politik des oft unberechenbaren US-Präsidenten Donald Trump ist aktuell auch bei dem Langenfelder ein Thema: Die Zollerhöhung bei Harley-Davidson-Produkten verhindert im Moment Importe. Nicht betroffen sind die Classic Cars, von denen Schettler nach eigenen Angaben rund 50 Stück im Jahr verkauft, quer durch Deutschland und ins benachbarte Ausland.

Daniel Nießen (27) ist seit Anfang 2019 Werkstattmeister bei CMS, und seit langem von solchen Fahrzeugen begeistert. Die von Partnern in den USA angebotenen diversen Fahrzeuge und Modelle werden in der Richrather Werkstatt aufgearbeitet und, falls nötig, für die deutschen Straßen umgerüstet. Dazu gehört die TÜV-Vorführung im Zweijahresrhythmus. „Es gibt schon mal altersbedingte Mängel wie Geräusche oder Ölverluste, mal sind Umbauten oder Verschönerungen gewünscht“, berichtet Nießen.

Die Kunden kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten: „Der eine hat lange für seinen Traum gespart, der andere ist Manager oder Chefarzt“. Die Fahrzeuge im Saloon geben einen Eindruck von der Preisspanne: Ein orangefarbener Chevi BelAir, Baujahr 1953, kostet 45.000 Euro, der 1946er Hudson Pick-up mit Weißwandreifen scheint einem alten amerikanischen Film entsprungen und kostet 80.000 Euro.

Beim CMS-Open-House zeigten sich viele Besucher besonders begeistert von Show-Fahrzeugen wie HotRods oder Trucks, die man in Deutschland sonst kaum zu sehen bekommt. Dirk Münzel aus Euskirchen hatte im Netz von der Veranstaltung gelesen und kam mit seinem Ford F 1 Pick-up von 1952. Jannes Lüschen (17) vom Niederrhein fährt eine Vespa von 1954, restauriert in seiner Freizeit alte Autos, will Mechatroniker werden und träumt von einem Dodge Chargher RT 1968. Über www.classic-mobile-schettler.com wird er auf dem Laufenden bleiben darüber, was abgeht im Richrather Motor-Saloon.

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