Langenfeld: Reusratherin schließt ihren Kunst-Hof

Langenfeld: Reusratherin schließt ihren Kunst-Hof

Zum letzten Mal lud die Glasperlenkünstlerin Karin Höflich zum beliebten Kunsthandwerkermarkt rund um ihr Atelier im Stadtsüden ein.

Schon von Weitem wiesen aufragende Pavillons und fröhliche Stimmen den Besuchern den Weg. Und wer das idyllisch zwischen Feld und Wald gelegene Grundstück erreicht hatte, fühlte sich zunächst eher an eine Gartenparty erinnert: Essensdüfte erfüllten die Luft und Kinder liefen lachend über die Wiese. Wer jedoch an den im Garten aufgebauten Ständen entlang flanierte, entdeckte diverse Schätze für Terrasse, Vitrine und Kleiderschrank. "Die Atmosphäre ist hier immer sehr schön", schwärmte Marianne Schmeißer-Hoffmanns. Sie ist mit dem Kunst-Hof Reusrath an der Alten Schulstraße eng verbunden. Doch der ging nun letztmals über die Bühne.

"Ich habe hier oft selbst meine Keramik ausgestellt und bin ansonsten auch Stammkundin", berichtete Schmeißer-Hoffmanns. Eine Brosche, die sie einst an diesem Ort erworben hatte, trug sie selber auch am Samstag. "Das hier ist für mich das Paradies", sagte die Reusratherin mit Blick auf die verschiedenen Ausstellertische ringsum.

Die Kunsthandwerker präsentierten ihr Angebot am Wochenende zum letzten Mal im Garten von Karin Höflich. Die Glasperlenkünstlerin will sich nach 13 Jahren, in denen sie den Kunst-Hof jeweils an einem Wochenende im Frühling und zweimal zusätzlich auch im Winter ausrichtete, anderen Projekten widmen. Aktuell ist ein Verein für ein Angebot zum Inklusions-Klettern in der Gründungsphase. "Das ist sehr spannend und erfordert viel Zeit", sagte Höflich, die auf dem Gelände des früheren Gesindehauses an der Alten Schulstraße einige Umbauten plant. "Mein Ehemann hat seit langem den Traum, eine Kinder- und Jugend-Inklusionsgruppe zu gründen", erzählte Höflich.

In ihrem Atelier bestaunten auf engstem Raum unter niedriger Decke viele Besucher ihre Arbeiten, darunter mit bunten Perlen verzierte Messer, Gabeln und Tortenheber. Draußen wiederum warteten Kissen, Taschen, Filzhandwerk, Marmeladen und Keramik-Kunst auf die Besucher. "Einige Händler waren immer wieder mit dabei", berichtete Karin Höflich. Auf die ausgewogene Mischung und die richtige Chemie zwischen den Ausstellern komme es an.

Zu denen gehörte auch ihre Mutter Edith Schilling. Auf ihrem Tisch hatte sie eine große Sammlung ihrer filigranen Schmuckstücke ausgebreitet - darunter viele alte Schnallen, eine Geldbörse, die sie mit einem Knopf aus dem 19. Jahrhundert verziert hatte, und das Gehäuse einer Taschenuhr mit dem Abbild von Schloss Burg. "Zu jedem Teil gäbe es eine eigene Geschichte", sagte Schilling. Aus ihrer Fertigung stammte auch die Brosche, die Marianne Schmeißer-Hoffmans vor Jahren gekauft hatte. Ausstellen wird Edith Schilling ihre Kreationen auch weiterhin an verschiedenen Orten.

Für die Besucher hieß es letztlich Abschied nehmen vom Kunst-Hof - naturgemäß mit ein bisschen Wehmut. "Schade, dass es das künftig nicht mehr gibt und Danke für die 13 schönen Jahre", beschrieb Höflich eine typische Aussage vieler Gäste.

(ied)