Langenfeld: Reusrather gegen weitere Wohnbebauung

Langenfeld: Reusrather gegen weitere Wohnbebauung

Die geplante Bebauung der Locher Wiesen mit bis zu 45 Doppelhaushälften trifft auf starken Widerstand vieler Reusrather. Dies zeigte sich jetzt bei einer Informationsveranstaltung der CDU im Schützenheim an der Brunnenstraße.

Der Andrang zu dem Info-Abend war beträchtlich. Der Ortsvorsitzende der Reusrather CDU, Vize-Bürgermeister Dieter Braschoss, sprach vor "vollem Haus". Er stellte fünf mögliche Bebauungskonzepte für das Gelände zwischen Barbara-, Virneburgstraße und Locher Weg vor.

"Kein Bedarf an neuen Häusern"

Offen ließ Braschoss Fragen aus dem Publikum, ob ein solch großes Bauvorhaben "überhaupt notwendig" sei und welche Alternativen es möglicherweise dazu gebe. Die anschließende Diskussion vermittelte den Eindruck, dass die Anwesenden nahezu geschlossen gegen das Neubaugebiet sind. Schon jetzt bekämen Eigentümer ihre Häuser am Locher Weg nicht verkauft, sagte etwa Anwohnerin Tanja Tsakiroglou. Dies zeige, dass kein Bedarf nach neuer Wohnbebauung in Reusrath bestehe.

Der Sprecher der Bürgerinitiative "Erhalt der Locher Wiesen", Andreas Menzel, erklärte, in Langenfeld gebe es schon genug Neubau-Areale, nämlich in Berghausen, Immigrath und der Stadtmitte. "Eine zusätzliche Bebauung im ländlichen Reusrath ist nicht erforderlich." Zumal es sich bei den Locher Wiesen um ein wertvolles Naherholungsgebiet handelte, das den "Charakter" des Stadtsüdens ausmache.

Nach Überzeugung des Initiativensprechers steht auch das "Entwässerungsproblem" einer Bebauung der Locher Wiesen im Wege. Zwar sähen die Planungen ein neues Regenrückhaltebecken vor, dieses böte aber bestehenden Wohngebieten wie der Trompeter Straße keinen Schutz: "Wasser fließt nun einmal nicht den Berg hinauf", sagte Menzel unter dem Beifall des Publikums. Eine Bebauung würde überdies ein stärkeres Verkehrsaufkommen mit Gefahren für Kindergarten- und Schulkinder bedeuten.

Der Ruheständler Günter Striewe warb angesichts der Alterung der Reusrather für den Bau barrierefreien Wohnraums, wenn auch nicht auf den Locher Wiesen: "Statt an weitere immens teure Einfamilienhäuser zu denken, sollte die Stadt doch daran interessiert sein, die älteren Anwohner zu halten." In die frei werdenden Altbauten — so Striewes Argumentation — könnten dann Familien einziehen.

CDU-Ratsherr Braschoss betonte mehrfach, dass das letzte Wort über die Bebauung noch nicht gesprochen sei: "Wir werden uns Gedanken machen", versicherte er und verwies auf die nächste Sitzung des städtischen Planungsausschusses am Donnerstag, 17. November, 18 Uhr, im Rathaus.

(ey)