Langenfeld: "Reusrath lacht" - seit zehn Jahren

Langenfeld : "Reusrath lacht" - seit zehn Jahren

"Reusrath lacht" startet ins elfte Jahr. Karten für den nächsten Termin sind innerhalb von zwei Stunden ausverkauft.

Das Reden ist sein Metier. Doch diese eine Frage lässt Oli Materlik verstummen: Gibt es Comedy-Kollegen, die noch nicht bei "Reusrath lacht" waren? Pause, dann ein langgezogenes Brummen. "Ne, nein, eigentlich haben wir sie alle gehabt. Manche sogar schon zwei Mal", sagt der Impresario im Jahr zehn und bei Show Nummer 40. Vier Mal pro Jahr sind die 186 Sitzplatzkarten im Gemeindehaus binnen weniger Stunden ausverkauft. "Dann sind aber auch wirklich alle Sitzgelegenheiten der Gemeinde belegt."

So auch die für den nächsten Termin: Sonntag, 22. März, 17 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus von Reusrath an der Trompeterstraße. Auftreten werden Fred Timm mit seiner Akustikgitarre und eigenen Songs, Michael Eller als Mittvierziger im Übergang von Rocker zu Rollator, Ausbilder Schmidt mit Szenen der realen Landesverteidigung und Oli Materlik selbst. Schließlich heißt der Untertitel von "Reusrath lacht": Oli Materlik und Gäste.

Entstanden ist die sonntägliche Kaffeeklatsch-Comedy aus der Not heraus. Der private Trägerverein des Gemeindehauses suchte dringend nach Finanzquellen. Redner, Moderator und Comedian Oli Materlik war anlässlich einer Kleiderbörse im Gemeindehaus zu Besuch und schlug das Projekt "Reusrath lacht" vor.

"Anfangs zögerten die Verantwortlichen damals, weil ihnen wohl das Risiko zu groß war", erinnert sich Materlik im Gespräch mit der Rheinischen Post. Doch darüber sind mittlerweile alle Beteiligten längst hinaus. Sobald der nächste Reusrath-Lacher ansteht, packen alle mit an. Die Kirchenjugend widmet sich der Kinderbetreuung, Freiwillige tragen Stühle auch aus der Kirche herbei, es gibt Getränke. Und Pfarrer Christof Bleckmann retourniert Fragen nach der Verträglichkeit von manchmal ja auch derbem Humor und dem geistlichen Umfeld gekonnt: "Das Lachen ist ja eine der schönsten Formen der Distanzierung von sich selbst und den Umständen. Das kann man ja nur unterstützen."

Zudem hat der Förderverein in all den Jahren "Reusrath lacht" einen fünfstelligen Betrag für das Gemeindehaus eingenommen. Einzig die Gast-Künstler bekommen ein Honorar, Materlik verzichtet auf seine Gage, was übrig bleibt, hilft dabei, das Gemeindezentrum zu erhalten. Die familienfreundliche Anfangszeit um 17 Uhr hat obendrein auch so manchen Künstler begeistert, wie Materlik verrät: "Manchmal finden es auch meine Comedy-Kollegen schön, um 20 Uhr auf der Couch sitzen und den Tatort gucken zu können."

Ob Anka Zink, Wilfried Schmickler oder beim nächsten Mal der Ausbilder Schmidt alias Holger Mülller: Sobald die besten der Spaßmacher erst einmal Reusrath auf der Landkarte entdeckt haben, kommen sie gerne. "Ich weiß ja, wer wann auf Tour ist - da lässt ein Sonntag in Reusrath meist noch einbauen", sagt Oli Materlik und tröstet alle, die für den März-Termin keine Karten mehr bekommen haben: "Mitte Juni, im September und Ende November sind wir wieder im Gemeindehaus."

Auch zu den dann Auftretenden gibt es erste Ideen - aber da noch nichts fix sei, will Materlik - noch keine Details verraten.

(dne)
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