Reichspogromnacht in Langenfeld und Monheim

Reichspogromnacht in Langenfeld und Monheim: Städte erinnern an NS-Pogromnacht vor 80 Jahren

(og) Vor fast 80 Jahren hat die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus ein bis dahin für viele nicht vorstellbares Ausmaß angenommen. In der „Reichspogromnacht“, der Nacht vom 9. auf den 10. November, und an den Tagen danach wurden auch in Langenfeld wie fast überall in Deutschland Juden misshandelt, ihre Geschäfte und Wohnungen zerstört, ihre Synagogen und Friedhöfe geschändet.

Für heute 19 bis 20.30 Uhr lädt die Volkshochschule zu einem bebilderten Vortrag zu dem Thema ins  Kulturzentrum, Hauptstraße 133, ein. Der Langenfelder Historiker Günter Schmitz geht anhand von Prozessakten von 1948 der Frage nach, wie weit sich „normale Bürger“ an dem von langer Hand geplanten Staatsterror beteiligten. Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei.

Außerdem lädt die Volkshochschule für Samstag, 10. November,  zu einer Führung  über den jüdischen Friedhof ein. Beginn ist um 14 Uhr. Die Gebühr beträgt 6 Euro.

Kursleitung hat Günter Schmitz. Der jüdische Friedhof in Richrath zeigt die letzten sichtbaren Überreste jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Langenfeld. Beim Rundgang erhalten Teilnehmer Informationen sowohl zur jüdischen Friedhofs- und Grabsteinkultur und deren Entwicklung, als auch zur Geschichte des Friedhofs in Langenfeld und einiger der dort beigesetzten Personen. Treffpunkt ist vor dem Eingang zum Jüdischen Friedhof in Richrath, Am schwarzen Weiher/Klosterstraße.

Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome organisiert die Stadt Monheim neben der Gedenkstunde eine abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe. Unter dem Motto „Hevenu Shalom Alechem“, finden unter anderem Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte und Workshops statt. Am Samstag, 10. November, lädt die VHS zu einer Wanderung unter dem Titel „Auf den Spuren der Juden in Monheim“ ein. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Grabenstraße 54. Die meisten Juden, die in Monheim wohnten, überlebten den Holocaust nicht.

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Zu ihrem Gedenken wurden im Stadtgebiet Stolpersteine gelegt, denen in dieser geführten Wanderung gefolgt wird. Das alte Haus in der Grabenstraße 54 wurde lange von einer jüdischen Familien bewohnt. Von dort geht die Wanderung bis zum Schelmenturm, dann in die Turmstraße bis zum sogenannten Judenhaus in der Franz-Boehm-Straße. Über das Kirchgässchen führt der Weg zurück zur Grabenstraße, dorthin, wo 1844 ein Bethaus eingerichtet wurde. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Zu einem Klezmer-Konzert laden Musikschüler für Donnerstag, 8. November, ab 19 Uhr in den  Spielmann an der Turmstraße ein. Die Band „A Tickle In The Heart“ ist  zu Gast. Das Trio ist in der Szene für jiddische Musik etabliert. In einem Workshop haben die Künstler mehrere Stücke mit den Monheimer Musikschülern einstudiert. 

Das Konzert ist Teil der städtischen Veranstaltungsreihe zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome der Nationalsozialisten gegen jüdische Mitbürger.

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