Regionalplan: Die Bezirksregierung will deutlich mehr Flächen für Wohnbebauung ausweisen.

Regionalplan-Änderung : Baudruck aus Düsseldorf ärgert Städte

Die Bezirksregierung will mehr Flächen für Bebauung – oft dort, wo die Städte abgelehnt hatten. Der Kreis vermittelt.

In Langenfeld ist es ein Gelände zwischen der Kleingartenanlage Im Bärenbusch und dem Flachenhof sowie eine Teilfläche des Landschaftsparks Fuhrkamp, in Hilden westlich des Westrings. Diese drei Gebiete und noch viele weitere sind von der Beschaffenheit her unterschiedlich und haben doch eines gemeinsam: Sie alle tauchen auf einer Liste der Düsseldorfer Bezirksregierung auf, die zum Ziel hat, „Mehr Wohnbauland am Rhein“ zu schaffen. Unter diesem Titel jedenfalls hat die Bezirksregierung eine Änderung des Regionalplans auf den Weg gebracht.

 In dem Papier geht es vor allem um die Ausweisung von Flächen, die künftig als Baugebiete Pendler aus den umliegenden Großstädten mit Wohnungen versorgen könnten. Die Kommunen sollten zu mehreren von Düsseldorf ins Spiel gebrachten Grundstücken so genannte Steckbriefe erstellen, in denen unter anderem die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln als Information verlangt werden. In dem Papier heißt es wörtlich: „Die Bautätigkeit am Rhein ist zu gering, um den Wohnungsmarkt in der Rheinschiene zu entspannen.” Daher solle ein neues Flächenranking aufgelegt werden.

Aus den Kommunen formierte sich schnell ein deutlicher Kritikpunkt: Die Regionalbehörde habe bei der Auswahl der Grundstücke kaum geprüft, inwieweit die potentiellen Bauflächen Naherholungscharakter für die Bürger aufweisen. So wollten die Städte angegebene Grundstücke aus gutem Grund überhaupt nicht anfassen. Das Gelände am Flachenhof steht laut Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) „zur Bebauung ebenso wenig zur Debatte wie der Landschaftspark Fuhrkamp, der ein Schutzgebiet ist und bleiben soll. Unfassbar, dies als Sondierungsbereich für eine künftige Siedlungsentwicklung aufzuführen.“ Beide Areale bildeten den Übergang zum Langenfelder Grüngürtel. Über den Hildener Bereich westlich des Westrings sagt Naturschützer Dieter Donner (BUND): „Das ist ein wichtiges Naherholungsgebiet, von denen wir nicht mehr so viele besitzen.“

Die Sorge vieler Kommunen landet bei Georg Görtz. Als Planungsamtsleiter des Kreises führt er viele Gespräche sowohl mit der Bezirksregierung als auch mit den Städten. Ebenso wie viele Kommunen spricht er von einem Paradigmenwechsel: „Bisher haben die Städte stets bei der Bezirksregierung um Bauland angefragt, jetzt dreht Düsseldorf den Spieß um und weist selbst Flächen aus.“ Doch was im flächenmäßig bestens bestückten Kreis Neuss funktioniere, stoße im Kreis Mettmann an deutliche Grenzen. „Wir sind der am dichtesten besiedelte Kreis in Deutschland“, betont Görtz. Da gerate der Bauwunsch mit Natur immer wieder in Konflikt. Seine Aufgabe: sich jedes einzelne Gebiet anschauen und darüber verhandeln, ob eine Ausweisung wirklich nötig ist. Die Zeit dränge, denn bereits im Sommer wolle die Bezirksregierung die Offenlegung ihrer beabsichtigten Bauflächen durchziehen. „Ich wiederum habe darauf zu achten, dass nicht an unseren schützenswerten Umwelt- und Naherholungskriterien vorbeigeplant wird.“

Monheim verfügt laut Stadtplaner Thomas Waters über keine größeren Flächen mehr, wird lediglich eine kleine Arrondierung im Süden vornehmen; zwischen dem Landwirtschaftsweg Zaunswinkel und der Siedlungsgrenze.