1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Real-Filiale in Langenfeld schließt: Kaufland öffnet den Markt neu

Weil Filiale schließt : Ausverkauf bei Real in Langenfeld

Bei dem SB-Warenhaus hat die Schnäppchenjagd begonnen. Denn bis zum 18. September muss alles raus. Vier Tage später öffnet Kaufland den Markt neu. Der Andrang im Laden ist groß, viele Regale sind schon leer.

Die Kunden von Real an der Rheindorfer Straße werden am Montag schon am Eingang mit positiven Nachrichten empfangen: „Wir räumen unser Lager“ und „Ständig neue Schnäppchen! Alles muss raus“ steht auf großen Plakaten, es gebe Rabatte von bis zu 70 Prozent auf die ausgezeichneten Preise. Die Filiale schließt am 18. September, vier Tage später öffnet der Markt unter der Regie des neuen Betreibers Kaufland. Der Andrang ist enorm, in dem 7800 Quadratmeter großen Laden sieht es schon mittags in einigen Bereichen trostlos aus. Viele Regale sind leer, die Ware schon ausverkauft. Gerade in der Elektroabteilung. 30 Prozent Rabatt auf Toaster und Rasierer, Spielzeuge werden mit 50 Prozent Nachlass verkauft. Fernseher und Laptops sind längst ausverkauft. Mittendrin eine Verkaufsfläche für gut zwei Dutzend E-Bikes. „Am Morgen waren noch elf Stück vorrätig, jetzt ist nur noch ein Rad zu haben“, sagt Nils Sperle, Verkäufer in der Elektro-Abteilung. „Bei uns ist der Andrang groß, der Warenumschlag ist schon ein Wahnsinn“, erzählt der 40-Jährige fröhlich. Die Regale bleiben nun leer. „Zum Vollstellen haben wir ja nix mehr“, so Sperle achselzuckend.

  • Über Jahrzehnte war dies der Eingang
    Einkaufen in Mönchengladbach : Wie Kaufland sich in der Stadt ausbreitet
  • Die Band  Martini and The Rocks
    Langenfeld live mit Martini and The Rocks : Langenfeld live geht weiter
  • Und dann die Hände zum Himmel:
    Nach langer Corona-Pause : Langenfeld live wieder vor Publikum

Den Real-Markt in Langenfeld gibt es seit 1983. „Wir sind ein Haus mit 50 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, das ist schon selten. Damit gehören wir zu den umsatzstärksten SB-Warenhäusern in Deutschland“, sagt Lana Bellaali, noch Real-Geschäftsleiterin und bald Chefin im neuen Haus von Kaufland. Etwa zwei Jahre dauerte nach dem Verkauf der Real-Standorte die Hängepartie für die Mitarbeiter, ob und wie es für sie weitergeht. „Es gab lange Zeit Ungewissheit, bei uns arbeiten auch viele Ehepaare. Jetzt bin ich glücklich, dass alle 148 Mitarbeiter übernommen werden. Kaufland ist ja nicht irgendwer“, so Lana Bellaali.

Auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht die Entwicklung positiv. „Wir freuen uns für alle Beschäftigten, dass es sich nun zum Guten gewendet hat. Und dass mit Kaufland ein tarifgebundenes Unternehmen den Mitarbeitern eine Absicherung gibt“, sagt Robert Puleski, Gewerkschaftssekretär im Verdi-Bezirk Düsseldorf/Rhein-Wupper.

Ein wenig ratlos stehen Ilona und Ulrich Thiel in der Elektroabteilung. „Wir wollten Druckerpatronen kaufen, aber die gibt es nicht mehr“, sagt der Baumberger. „Wir kommen schon ewig hierher zum Einkaufen“, meint seine Frau. Wenige Meter entfernt schwärmt ein Kunde aus Leichlingen vom Real-Markt. „Ich finde es schade, dass der Laden schließt. Deren Werbespruch einmal hin, alles drin hat gestimmt. Ich bin seit Jahrzehnten hier Kunde“, sagt der 67-Jährige, der seinen Namen nicht nennen will. In der Lebensmittelabteilung ist vergleichsweise wenig los, kein Wunder, hier gibt es aktuell keinen Rabatt. Verkäuferin Petra Rückershäuser arbeitet seit dem Jahr 2000 dort, sie steht in einem gelb-weiß-gestreiften Hemd hinter der Wursttheke. „Vielleicht bekommen wir von Kaufland ja schönere Arbeitskleidung, nicht solche Schlafanzüge“, sagt sie, deutet auf ihr Hemd und lacht. Chefin Lana Bellaali ist sicher, dass es für die Kunden wichtig ist, die vertrauten Mitarbeiter auch künftig in dem Markt zu sehen. „Für Mitarbeiter und Kunden gehe ein Kapitel zu Ende“, sagt sie. Aber die Geschichte wird fortgeschrieben.