Langenfeld/Monheim: Ratlos am Scheideweg

Langenfeld/Monheim: Ratlos am Scheideweg

Wer über die Autobahn A 59 nach Langenfeld oder Monheim fahren möchte, bekommt an der Ausfahrt Richrath/Baumberg keinerlei Hinweis auf eine der beiden Städte. Das liegt an überörtlichen Vorgaben.

Die Großeltern aus Norddeutschland waren schon spät dran, als sie sich auf dem Weg zur Taufe ihres Langenfelder Enkelkinds kurz vor dem Ziel wähnten. "Fahrt über die A 59, nehmt die erste Ausfahrt hinter Düsseldorf und haltet euch dann Richtung Langenfeld", so hatte ihnen der Schwiegersohn in groben Zügen den Anfahrtsweg beschrieben.

Ärgerlich: Ortsteilnamen auf der A 59 (l.), Immigrath-Hinweis auf fälschlicherweise gelbem (statt weißem) Grund. Foto: rm-/mmo

Dass sie auf dem blauen Schild vor der Ausfahrt nur die ihnen unbekannten Ortsnamen "Richrath" und "Baumberg" lasen, nahmen die beiden Senioren noch gelassen hin. Dass sie sich indes am Ende der Ausfahrt vor einem gelben Schild (siehe Bild oben) für eine dieser beiden Ortschaften zu entscheiden hatten, brachte sie in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit ins Schwitzen — zumal sie auch noch die falsche Route gen Baumberg wählten.

Nicht zielführend

In den Rathäusern beider Städte sind sich die Planer bewusst, dass wie an der A 59 und der Berghausener Straße viele weitere Straßenschilder nicht zielführend sind oder gar in die Irre leiten. "Diese Beschilderungen werden aber überörtlich festgelegt", betonte Monheims Rathaus-Pressesprecher Michael Hohmeier im Gespräch mit der RP. Die Gemeinden müssten dies hinnehmen, "obwohl es für die Groborientierung auswärtiger Besucher natürlich schön wäre, wenn auf dem Schild an der Berghausener Straße Monheim genannt würde."

Auf die Zuständigkeiten sowie Vorgaben des Bundes- und Landesverkehrsministeriums verweist auch der Langenfelder Verkehrsplaner Franz Frank. Ähnlich D-Benrath oder D-Garath sei wenigstens ein "L" vor dem Ortsteil Richrath als Orientierungshilfe wünschenswert, "aber bei Städten mit weniger als 100 000 Einwohnern nicht erlaubt". In Franks Wohnort Ratingen hätten die mit einem "R" versehenen Autobahnschilder ausgetauscht werden müssen.

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Als die städtischen Planer an übergeordneter Stelle vor etwa einem Jahr mal nachgehakt hatten, ob einzelne Ortsteile nicht doch auf den Schildern genannt werden könnten, sei dies abgelehnt worden. Dass immerhin das "Autobahnkreuz Langenfeld" und "Langenfeld-Zentrum" auf blauen Schildern stehe, sei als Zugeständnis bezeichnet worden. "Außerdem wurde uns gesagt: Die meisten Autofahrer richten sich doch ohnehin nach ihrem Navigationsgerät."

Innerörtlich besser ausgeschildert

Dem stimmt Hohmeier zu, wiewohl er innerörtlich eine klare Wegweisung vor allem wegen des Lastwagen-Verkehrs für wichtig hält. "Wir haben im letzten Jahr sehr viele große Schilder mit schwarzer Schrift auf weißem Grund aufgestellt. Sie führen Lkw um Wohngebiete herum zum Henkel-Lager oder zu den Gewerbegebieten Knipprather Busch, Weidental und Rheinpark."

In Langenfeld gibt es bei der innerörtlichen Beschilderung einige in der RP bereits benannte Mängel, vor allem ein unstrukturiertes Nebeneinander von Ortsteil- und Stadtnamen auf gelbem und weißem Untergrund (untere Bilder). Zudem erblicken Lastwagenfahrer, die über die Hildener Straße den Winkelsweg erreicht haben und nach links über die Schneiderstraße rasch in Richtung der Autobahnen A 542 und weiter zur A 3 gelangen möchten, nur einen blauen Autobahn-Hinweis nach rechts — zur A 59. "Wir werden prüfen, ob das geändert werden muss", versprach Frank im Gespräch mit der RP. Die von etlichen Besuchern der neuen Kulturstätte Wasserburg Haus Graven vermissten Hinweisschilder zu den Parkplätzen am Segelflug-Gelände seien bestellt "und werden demnächst angebracht".

(RP)