Ratinger S-Bahnbau wirkt sich auf Langenfeld aus

Weststrecke nach Duisburg : Ratinger S-Bahnbau wirkt sich auf Langenfeld aus

Mehr als 100 Millionen Euro sind für die Weststrecke nach Duisburg veranschlagt, die 2030 fertig sein soll und Takt verbessert.

(kle/mei) Ein mit mehr als 100 Millionen Euro veranschlagtes Verkehrsprojekt wird sich auch auf die S-Bahn-Strecke nach Langenfeld auswirken: Die Ratinger Westbahn soll 2030 starten. Ralf Dammann, Infrastrukturplaner beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), präsentierte jetzt in Ratingen die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie. „Wir wollen diese Bahn so bald wie möglich“, sagte danach Bürgermeister Klaus Pesch.

Das wichtigste Ergebnis der Machbarkeitsstudie: Die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der „Ratinger Weststrecke“ ist baulich machbar, bezahlbar und volkswirtschaftlich sinnvoll. Mehr als 1,5 Millionen Autofahrten zwischen Duisburg, Ratingen und Düsseldorf dürften pro Jahr durch einen S-Bahn-Betrieb auf der Ratinger Weststrecke auf die Schiene verlagert werden. Die hohen Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro entstehen hauptsächlich dadurch, dass praktisch auf der gesamten Strecke zwischen Duisburg-Wedau und Düsseldorf-Rath ein drittes Gleis gelegt werden muss. Zudem müssen fünf Bahnhöfe errichtet werden.

Die Gutachter haben auch untersucht, welcher Zugbetrieb möglich und sinnvoll ist. Es gab zwei Planfälle: einen 20-Minuten-S-Bahn-Takt und einen 30-Minuten-Regionalbahn-Takt. Für beides ist ausreichend Fahrgastpotenzial vorhanden. Die S-Bahn-Variante (Arbeits-Linienbezeichnung S 61) hätte den Vorteil, dass sie über Düsseldorf hinaus bis Langenfeld verlängert werden und somit ab Düsseldorf-Rath im Zusammenspiel mit der S6 einen Zehn-Minuten-Takt schaffen könnte. Dammann betonte: „Die S 61 hätte eine Auslastung ähnlich der S 6.“ Die Fahrgastpotenziale der Weststrecke überschneiden sich geringfügig mit den Rhein-Ruhr-Express (RRX)-Angeboten zwischen Duisburg und Düsseldorf. Der Ausbau der Westbahn kann erst beginnen, wenn der RRX wie geplant fährt.

Die Vertreter der beteiligten Städte, des Kreises Mettmann und des VRR sind sich einig, dass die nächsten Planungsschritte so bald wie möglich eingeleitet werden sollten. Nächstes Ziel ist die Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes, der 2020/2021 vorgelegt werden soll.

(kle/mei)
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