Grüne im Kreis Mettmann Massiver Widerstand gegen A3-Ausbau

Langenfeld/Ratingen · Der Sanierungsstau von Straßen und maroden Brücken müsse Vorrang haben, so die Grünen. Auch der Langenfelder Grünen-Politiker Dirk Niemeyer spart nicht an Kritik was den A3-Ausbau betrifft.

Schon jetzt herrscht sehr viel Verkehr zwischen Ratingen und Mettmann. Die Sorge, dass es eine weitere erhebliche Zunahme geben wird, ist groß.

Schon jetzt herrscht sehr viel Verkehr zwischen Ratingen und Mettmann. Die Sorge, dass es eine weitere erhebliche Zunahme geben wird, ist groß.

Foto: Achim Blazy (abz)

Die Debatte um die massiven Ausbaupläne der A3 nimmt wieder Fahrt auf – und zwar  ausgelöst durch die aktuelle Initiative des Bundesverkehrsministeriums. Die Grünen im Kreistag wollen dieses Projekt ausbremsen. „Gegen alle bürgerlichen Mehrheiten vor Ort erteilt Bundesverkehrsminister Volker Wissing den Kommunen und zukünftigen Generationen hiermit eine klare Absage“, sagt der Langenfelder Grünen-Sprecher Dirk Niemeyer.

„Statt die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans endlich anzugehen, wird nun versucht, auf Bundesebene unnötige Ausbauprojekte auch noch vorzuziehen. Dabei ist bereits jetzt klar, dass der Sanierungsstau von bestehenden Straßen und maroden Brücken vordringlich abgearbeitet werden müsste“, fügt die grüne Fraktionsvorsitzende Sandra Ernst hinzu.

Die Grünen im Kreis Mettmann bekräftigen trotz der aktuellen Entwicklungen zum beschleunigten Verfahren ihre Ablehnung gegenüber einem Autobahnausbau. Bereits im Jahr 2019 machten sie sich im Kreistag für eine fraktionsübergreifende Ablehnung des Ausbauprojektes und einem Kurswechsel in der Verkehrspolitik mit der Stärkung des Schienenverkehrs stark. Parteiübergreifend verfolgten Kommunen sowie Kreis- und Stadtspitzen das Ziel,  die sogenannte Temporäre Standstreifenfreigabe (TSF) anstelle des achtspurigen Ausbaus der A3 im Bundesverkehrswegeplan zu verankern, so die Grünen.

Ina Besche-Krastl, Sprecherin für Schienenverkehr der grünen Landtagsfraktion und Mitglied im Kreistag: „Eine zusätzliche Fahrspur hat nur kurzfristige Effekte auf den Verkehrsfluss, mittelfristig wird dadurch nur mehr Verkehr generiert. Für eine Engpassbeseitigung zu Spitzenzeiten eignet sich die Temporäre Standstreifenfreigabe ebenso. Sie ist allerdings schneller umzusetzen, hat weitaus weniger Folgen für Menschen und Natur im Kreis Mettmann und erzeugt keine langwierige Baustellenphase.“

Der Widerstand gegenüber der vierspurigen Verbreiterung der A3 ist in Gesellschaft und Politik vor Ort groß. „Ein Ausbau lässt sich nicht mit den Klimazielen vereinbaren. Was wir benötigen, sind zukunftsgerechte Mobilitätslösungen.“ erklärt Grünen Sprecherin Nora Herrguth-Mertens.

Und auch der geplante Ausbau der Raststätte Hösel mit Blick auf mehr Lkw-Stellplätze stößt parteiübergreifend auf scharfe Kritik. Die Deges plant, den Rastplatz Hösel deutlich zu erweitern, insbesondere als Rastmöglichkeit für den Lkw-Fernverkehr. Die aktuelle Anlage bietet 79 Stellplätze, 43 davon für Lkw und 39 für Pkw.