Langenfeld: Radfahrer haben viele Ideen für Monheim

Langenfeld : Radfahrer haben viele Ideen für Monheim

Noch ist Monheim eine Autostadt, sagen Experten. Aber das soll ich mit den geplanten Radverkehrskonzept ändern. Bei einer Bürgerbeteiligung äußerten Radler ihre Wünsche für besseres Fahren.

Monheim Sollen Radfahrer mit Autos zusammen auf der Straße fahren oder besser von diesen getrennt auf eigenen Radwegen unterwegs sein? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Informations-und Diskussionsabends. Etwa 50 Interessierte nahmen an dieser Bürgerbeteiligung zum geplanten Radverkehrskonzept im Ratssaal teil. Und sie folgten Bürgermeister Daniel Zimmermanns Bitte, Anregungen und Ideen einzubringen. "Wir arbeiten daran, dass Monheim eine fahrradfreundliche Stadt wird."

Den Meinungsaustausch moderierte Peter Gwiasda. Der Projektleiter des Kölner Planungsbüros VIA erklärte, dass noch keine fertigen Konzepte vorlägen. Zuerst zeigte er einen Film mit dem Titel "Wir bewegen NRW", der Lust machen sollte, Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW" (AGFS) zu werden. Monheim habe dafür gute Voraussetzungen. "Es ist eine Stadt der kurzen Wege", die kaum Durchgangsverkehr habe. Ein wenig schränkte Gwiasda indes den Handlungsspielraum ein: "Wir Planer versuchen, kreativ alles herauszuholen." Doch die Behörden müssten mögliche Gefährdungen vermeiden und letztlich den Entscheidungen der Politiker folgen.

Jutta Lincke vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) sieht beim neuen Kreisverkehr am Rathaus Defizite. "Auf einmal ist die Radwege-Benutzungspflicht verschwunden. Wie soll der Autofahrer wissen, dass der Radfahrer auf der Straße fahren darf?" Wenn die Krischerstraße fertig sei, erklärt Bürgermeister Zimmermann, würde sich das Problem von selbst lösen. "Dann wird der Radverkehr vom Busbahnhof aus dauerhaft auf der Fahrbahn der Krischerstraße stattfinden."

Ratsherr Manfred Poell von den Grünen wünscht ohnehin zur Vereinheitlichung, Radfahrer in Monheim immer auf der Straße fahren zu lassen. Dem wollen viele im Publikum nicht unbedingt folgen. Ein älterer Bürger meint: "Ich bin 65plus und fühle mich auf dem Radweg am wohlsten." Ein jüngerer Mann ist ebenfalls skeptisch und merkt an, dass Autofahrer den Radlern auf der Straße nicht den nötigen Respekt entgegenbringen. Ein anderer Monheimer äußerte Sorgen, wenn seine Kinder auf der Straße fahren müssten. Gwiasda kann da beruhigen. Es sei nicht geplant, bestehende Radwege zu entfernen. Bei nicht stark befahrenen Straßen plädiert er für das duale System: Der Radfahrer entscheidet selbst, ob er Straße oder Radweg benutzt.

Ein älterer Monheimer ist sich unsicher, wo er mit Pedelec (Elektrofahrrad) fahren darf und meint humorvoll: "Radfahren ist gar nicht so einfach, wenn man es ernst nimmt." Ein Anderer spricht sich generell gegen Markierungen für Radler aus. "Da wir keinen Durchgangsverkehr haben, ist rechts vor links und Tempo 30 ausreichend." Doch Gwiasda weist auf Risiken in Gebieten hin, in denen wenig Radfahrer unterwegs sind. Nur eine größere Menge könne ihr Recht durchsetzen. Zurzeit sei Monheim noch eine Autostadt. Die Menschen müssten ihr Verhalten ändern wollen.

Ein Teilnehmer des Meinungsaustauschs beklagt das Radfahren auf der falschen Seite auf der Rheinpromenade von Monheim nach Baumberg. Gwiasda zeigt großes Verständnis dafür, dass Radler gern auf der Rheinseite fahren. Er lässt anklingen, dass vielleicht dort ein Zweirichtungsradweg eingerichtet werden könnte. Doch dafür seien die Behörden zuständig.

(RP)