Langenfeld: Prismaschule will Französisch stärken

Langenfeld : Prismaschule will Französisch stärken

Viele Schüler entscheiden sich für Spanisch. Deshalb lud die Französischlehrerin das France-Mobil ein.

Das France Mobil machte erstmals Station in der Prisma-Gesamtschule, um Fünftklässlern spielerisch die französische Sprache nahezubringen. Für das kommende Schuljahr haben sie nämlich die Qual der Wahl und können sich zwischen Spanisch und Französisch als weiteres Wahlpflichtfach entscheiden - und immer mehr wählen Spanisch.

In einem Halbkreis sitzend lauschen die Kinder der fremden Frau und gucken sich im ersten Moment amüsiert an. Ganz selbstverständlich redet sie Französisch mit ihnen und nach und nach, durch Beispiele und Handzeichen, wird auch den Schülern klar, worum es geht. "Je m'appelle Claire. J'habite à Düsseldorf. J'ai 26 ans et je parle français et allemand." Die 26-jährige Claire Noël ist eine von insgesamt zwei Lektorinnen des Institut Français in Düsseldorf, die - ausgestattet mit einem Renault Kangoo voller französischer Spiel- und Lehrutensilien, dem so genannten France-Mobil - durch ganz NRW fahren und Schülern Lust an Französisch als zweite Fremdsprache vermitteln. "Es ist nicht schwer den Kindern den Spaß an einer Sprache zu vermitteln", sagt die Lektorin selbstbewusst. "Ich spreche mit ihnen, sie hören die Sprache und sprechen ein bisschen. Sie probieren sich gerne aus."

Mit den ersten fünf Sätzen an der Tafel und einem großen bunten Würfel, dürfen sich die Schüler schließlich selbst in der Aussprache ausprobieren und sich selbst auf Französisch vorstellen. Während die einen etwas zögern, sind die anderen schnell bei der Sache und sprechen ihre ersten Sätze sogar ziemlich gut aus. Das lobt auch Claire.

Für Andrea Schäfer, Französisch-Lehrerin an der Prisma-Gesamtschule, gestaltete es sich im vergangenen Jahr besonders schwer, Schüler für die französische Sprache zu begeistern. Denn bei den jetzigen Sechsklässlern kam kein einziger Französischkursus zustande. Ziemlich bitter, für die frankophile Pädagogin. "An dieser Schule ist Spanisch besonders stark vertreten. Aber bislang haben wir in allen anderen Klassen immer mindestens einen Französischkurs." Bei vielen gelte die Sprache als besonders schwierig, doch es sei ein Trugschluss vieler Schüler zu glauben, dass Spanisch einfacher wäre. Als romanische Sprachen haben beide denselben Stamm und sind in der Grammatik nahezu identisch. "Lernen muss man für jede Sprache." Allerdings sei Spanisch in den vergangenen Jahren, auch durch die Musik in den Charts, wesentlich präsenter.

Um die jetzigen insgesamt rund 120 Fünftklässler trotz der starken spanischen Konkurrenz, für ihr Fach zu begeistern, holte sich Schäfer Unterstützung durch das France-Mobil. "Ich denke, das ist eine schöne Sache für die Kinder, und hoffe, dass im kommenden Schuljahr mindestens ein Französischkurs zustande kommt."

Den beiden Elfjährigen Jasmin und Mila gefiel der Einblick: "Ich finde die Aussprache sehr schön und mir haben die Spiele gut gefallen", urteilte Jasmin. Auch Mila fand den Besuch von Claire interessant. Ob sie sich nun für Französisch als neues Wahlpflichtfach entscheiden werden, wussten sie nach diesem Besuch zwar noch nicht. "Aber es motiviert sicherlich, sich noch mal darüber Gedanken zu machen."

(RP)