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Premiere auf der Ratinger Freiluftbühne

Kultur - open air : Freiluftbühne bringt ein Stück Normalität

Das Stück „Pettersson und Findus“ hat auf der Naturbühne am Blauen See Premiere gefeiert – mit Hygienekonzept. Den Schauspielern ist die Freude anzusehen. Und die Besucher spenden reichlich Applaus.

Endlich wieder spielen, endlich wieder Theater. Auf der Naturbühne am Blauen See ist wieder etwas los. Und zwar ein ziemlich vergnügliches Stück mit fulminanten Verfolgungsjagden auf Traktoren, einem glänzenden Timing, viel Musik, so mancher Überraschung und einer bestens aufgelegten Darstellerriege.

 „Pettersson und Findus“ haben ihre Premiere gefeiert, die ihnen seit Ende Mai versagt geblieben war. Auf das Stück und auf die beiden Namensgeber, auf die Hühner Prillan und Henni, auf Gustavsson und Nachbarin Anna Andersson und auf den Hahn Caruso hatten sich nicht nur die Familien gefreut haben, sondern auch die Truppe vom Veranstalter Theater Concept. Dort war man zwischenzeitlich sogar davon ausgegangen, überhaupt kein Publikum mehr begrüßen zu können. Jetzt saßen wieder Familien auf der überdachten Tribüne.

„Es war einfach super gut“, sagt Christina Agel von Theater Concept. „Wir waren alle total angespannt. Wie viel Leute kommen? Funktioniert alles wie geplant? Aber unser Konzept ist absolut aufgegangen.“ Einbahnregelung, zusätzliches Personal, eine deutlich reduzierte Zuschauerzahl, alles ist ein bisschen anders als gewohnt, aber all das ist für die zwei Stunden, in denen die Schauspieltruppe auf den Hof von Pettersson entführt, vergessen.

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„Die Besucher waren sehr wohlwollend und hatten vor allem super viel Spaß, das kommt, obwohl es natürlich weniger Zuschauer sind, auch bei uns auf der Bühne an“, sagt Agel, die selbst als Huhn „Prillan“ auf der Bühne zu sehen war. Statt 1250 Menschen, die eigentlich auf die Zuschauerränge passen, hat man sich im Rahmen des Sicherheitskonzeptes erst einmal für den Einlass von etwa 350 Menschen entschieden. „Ich gehe davon aus, dass wir diese Zahl noch auf etwa 450 anheben werden. Theoretisch könnten bis zu 500 rein, aber wir wollen das Risiko natürlich so gering wie möglich halten und auf eine Maskenpflicht für die Zuschauer verzichten.“

Möglich macht das auch die hohe Spendenbereitschaft der Fans. Als noch nicht klar war, dass hier überhaupt wieder die Pforten öffnen, gab es eine große Welle der Unterstützung: „Das war überwältigend, damit haben wir nicht gerechnet“, freut sich Agel. Über Spenden freut man sich weiterhin, denn es gilt, Mehrkosten durch zusätzliches Personal und Material zu stemmen, und finanzielle Einbußen durch geringere Zuschauerzahlen auszugleichen.

Der Spielfreude der Truppe tat all das keinen Abbruch, im Gegenteil: Sie war an allen Ecken zu spüren. Schließlich durften auch sie nach langen Wochen des Wartens endlich wieder auf die Bühne. „Wenn wir erst mal spielen, dann fühlt sich alles wie immer an“, sagt Agel. Ein Stück Normalität in schwierigen Zeiten – für beide Seiten des kleinen Sees zwischen Tribüne und Bühne. So ist der Applaus in diesen Zeiten vielleicht noch wichtiger. Allerspätestens, wenn Wetterkapriolen zwischen Sonne und einem ordentlichen Regenguss Stück und Schauspieler für die Saison taufen, dann zeigt das eben auch: Es ist Naturbühnenzeit.