Ute Bindewalt Monheimer Wache hat eine neue Leiterin

Monheim · Zurück zu den Wurzeln: Ute Bindewalt bestreifte früher einmal die Straßen der Stadt Monheim. Inzwischen habe sich viel geändert – zum Positiven.

 Uta Bindewalt leitet jetzt die Polizeiwache Monheim. Zu Beginn  ihrer Karriere hat sie bereits 14 Jahre lang als Streifenführerin in Langenfeld und Monheim gearbeitet. Sie kennt die Gänselieselstadt daher wie ihre Westentasche.

Uta Bindewalt leitet jetzt die Polizeiwache Monheim. Zu Beginn  ihrer Karriere hat sie bereits 14 Jahre lang als Streifenführerin in Langenfeld und Monheim gearbeitet. Sie kennt die Gänselieselstadt daher wie ihre Westentasche.

Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Nach dem plötzlichen Tod von Dirk Dünchheim im November 2019 hat jetzt bereits zum zweiten Mal eine Frau die Leitung der Polizeiwache Monheim inne. Bereits im April folgte Uta Bindewalt auf Patricia Aillaud, die nach gut einem Jahr ihren Posten als Wachleiterin verlassen hatte, da sie innerhalb der Kreispolizeibehörde auf einer anderen Stelle befördert wurde. Sie hat nun eine führende Position auf der Leitstelle, teilt Behördensprecher Daniel Uebber mit.

Polizeihauptkommissarin Uta Bindewalt ist seit 26 Jahren im Polizeidienst tätig. Seit 1998 arbeitet sie bei der Kreispolizei in Mettmann, wo sie zunächst 14 Jahre lang als Streifenführerin in Langenfeld und Monheim eingesetzt wurde. Ihr künftiges Einsatzgebiet kennt sie daher wie ihre Westentasche. „Polizeiarbeit fand ich immer schon toll, sie bietet ein weites Tätigkeitsfeld: Es gibt kaum etwas, was man nicht machen kann“, sagt die 47-Jährige über ihren Beruf.

Dabei habe für sie immer auch der soziale Aspekt im Vordergrund gestanden, als Polizistin sehe sie sich stets in der Rolle des Helfenden. Und so engagiert und freundlich sie die Monheimer kennengelernt habe, „möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern hier auch selbst entgegentreten“, sagt die Polizeihauptkommissarin. Selbst, wenn sie im Einzelfall keine konkrete Lösung anbieten könne, wolle sie stets ein offenes Ohr für die Angelegenheiten, Sorgen und Bedürfnisse der Menschen haben, wobei ihre vier neuen Bezirksbeamten auf den Straßen Monheims jederzeit ansprechbar sein sollen. Themen, die so an sie herangetragen werden, drehen sich um zu schnelles Fahren, das morgendliche Verkehrschaos vor Schulen, nachbarschaftliche Streitigkeiten und die Unsicherheit, wie man sich in bestimmten Situationen verhält.

Die Kriminalitätsrate in Monheim liegt zwar immer noch über dem Kreisdurchschnitt, aber die Kurven nähern sich an. Insbesondere das Berliner Viertel, das zu Beginn ihrer Karriere noch als sozialer Brennpunkt galt, wo es häufig „Stress gab“, habe sich besonders äußerlich sehr positiv entwickelt. „Es ist richtig schön geworden.“ Wenn sie heute von der Wache am Ernst-Reuter-Platz zu Terminen im Viertel zu Fuß gehe, werde sie freundlich gegrüßt. „Das hätte man früher nicht gedacht“, sagt sie. Es sei schwierig, so einen schlechten Ruf wieder los zu werden. Deshalb findet Bindewalt es wichtig, die positiven Trends zu betonen. Das geplante Kunstwerk „Blaues Band“ könne da ein Zeichen setzen. „Vor 20 Jahren hätte ich Zweifel gehabt, dass das gut geht – aber heute?“

Themen, die in Monheim immer wieder die Polizei beschäftigen, sind die Raser- und Tunerszene, Drogenkonsum und die organisierte Kriminalität. „Illegale Rennen werden eher selten angezeigt, weil sich das meist nur auf ein paar Hundert Metern abspielt.“ Eine richtige Poser-Szene ist ihr aktuell nicht bekannt. Als sich auf der Rheinpromenade ein gewisser Trend abzeichnete, haben KOD und der von der Stadt beauftragte  Security-Dienst den Bereich regelmäßig kontrolliert. Das schreckt ab.

Im Corona-Jahr 2020 sind in Monheim 36,7 Prozent mehr Fälle von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt worden. „Vor allem das Fahren unter Drogeneinfluss nimmt zu. Ich habe das Gefühl, dass der Drogenkonsum immer mehr in die Gesellschaft hineingeht“, sagt Bindewalt. Immerhin habe sie derzeit keinen Intensivtäter in ihrer Kartei. Was die organisierte Kriminalität angehe, sei die Polizei generell gut beraten, „stets die Augen offen zu halten. Solche Strukturen können sich schnell entwickeln und wenn sie sich einmal etabliert haben, ist es schwer, dagegen anzukommen.“ Aber sicherlich liege es auch an der Corona-Pause, wenn die Clan-Kriminalität in Monheim derzeit nicht so offen zutage trete.

An den Schulen beschränke sich die Polizei derzeit auf das Notwendige, also Fahrradtrainings und Schulwegsicherung. „Die sind erstmal froh, dass sie zum Präsenzunterricht zurückkehren durften.“ Wenn die Schulen gänzlich in der Normalität angekommen seien, werden man auch wieder andere Themen anbieten.

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