Langenfeld: Polizeieinsatz nach Streit mit Fahrgast in der S 6

Langenfeld: Polizeieinsatz nach Streit mit Fahrgast in der S 6

Bahn-Sicherheitskräfte gerieten Samstagnacht in der S-Bahn 6 mit einem vermutlich betrunkenen Fahrgast in Streit. Die Mitarbeiter eines Subunternehmens beförderten den Fahrgast an der Station "Chempark" mit Gewalt aus dem Zug. Dabei soll der Mann verletzt worden sein. Jedenfalls blutete er nach Zeugenaussagen aus der Nase. Die Polizei Köln bestätigte einen Einsatz. Die Bundespolizei ermittelt. Der Sicherheitsmann ist derzeit nicht mehr für die Bahn im Einsatz, sagte eine Bahn-Sprecherin.

Der genaue Ablauf des Geschehens liege noch nicht vor, berichtete eine Sprecherin der Bundespolizei. Die von der Polizei Köln aufgenommene Anzeige wegen Körperverletzung sei erst noch auf dem Weg zur Bundespolizei. Nach Medienberichten soll der angetrunkene Fahrgast die Füße auf den gegenüberliegenden Sitz gestellt haben. Nach Aufforderung durch vier Mitarbeiter des Bahn-Sicherheitsdienstes habe er die Füße runtergenommen, dann jedoch die Bahn-Beauftragten beschimpft. Dies führte dann an der S-Bahn-Station Chempark nach ersten Zeugenaussagen zum Verweis aus dem Zug.

Die Sicherheitsleute haben als Vertreter der Bahn Hausrecht und können einen solchen Rauswurf anordnen. Wer allerdings speziell nachts an diesem Haltepunkt aussteigen muss, gerät in die Einsamkeit und wird möglicherweise lange auf einen Bus warten müssen. Die Sicherheitskräfte sollen den Mann zum Ausgang begleitet haben. Dabei kam es nach Zeugenaussagen zu weiteren Beschimpfungen. Einer der Bahn-Beauftragten soll plötzlich den Fahrgast mit dem Gesicht gegen eine Scheibe gedrückt haben. Nach polizeilichem Protokoll soll der Fahrgast dabei kurz bewusstlos geworden und zusammengesackt sein. An der Station "Chempark" drückten die Sicherheitsleute den Fahrgast laut Zeugen auf den Bahnsteig. Nach Medienberichten protestierten jetzt Fahrgäste, blockierten die Zugtüren und alarmierten die Polizei. Die Deutsche Bahn teilte gestern mit: "Sollten sich Zeugenaussagen bestätigen, nach denen Gewalt von dem Sicherheitsmitarbeiter ausging, wird die DB zivil- und strafrechtlich gegen das Verhalten vorgehen." Körperlicher Einsatz der Sicherheitsleute sei nur zur Selbstverteidigung und als Notwehr zulässig: "Jede Form von Gewalt verurteilen wir scharf!" Sicherheitskräfte besitzen keine Polizeirechte.

(US)
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