Falscher Dachdecker in Langenfeld 85-Jährige Richratherin um mehr als 500 Euro bestohlen

Langenfeld · Gegen 14 Uhr klopfte es an dem Küchenfenster der alten Frau. Ein Mann stellte sich als Dachdecker vor und gab an, er habe von außen ein Loch im Hausdach des Reihenhauses festgestellt. In Ratingen wurde fast zur selben Zeit eine 91-Jährige Opfer eines „Schockanrufs“.

 Senioren werden immer häufiger Opfer von Betrügern.

Senioren werden immer häufiger Opfer von Betrügern.

Foto: picture alliance / Sebastian Gol/dpa

In Richrath ist eine 85-jährige Langenfelderin einem falschen Dachdecker auf den Leim gegangen und um einen hohen dreistelligen Bargeld-Betrag betrogen worden. Laut Polizei trug sich der Vorfall am Mittwoch, 24. Mai, zu. Gegen 14 Uhr klopfte es an dem Küchenfenster der alten Frau. Ein Mann stellte sich als Dachdecker vor und gab an, er habe von außen ein Loch im Hausdach des Reihenhauses festgestellt. Er bat um Einlass, um das Dach zu überprüfen. Die Seniorin ging mit ihm in ins Dachgeschoss, wo der Betrüger ihr im Bad einen angeblichen Wasserschaden an der Wand zeigte. Der müsse repariert werden, sagte er. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen entwendete der falsche Dachdecker in einem unbemerkten Moment eine Mappe mit einem hohen dreistelligen Bargeldbetrag und verließ kurze Zeit später fluchtartig das Haus. Kurz darauf bemerkte die Richratherin den Betrug und informierte die Polizei. Der Tatverdächtige soll etwa 1,75 Meter groß und zirka 25 Jahre alt sein. Er hat kurze braune Haare und trug zur Tatzeit dunkle Kleidung.

In Ratingen wurde nahezu zur selben Zeit eine 91-Jährige Opfer eines „Schockanrufs“. Die Telefonbetrüger erbeuteten Schmuck und Bargeld von der Hochbetagten. Die 91-Jährige erhielt am Mittwoch gegen 12 Uhr einen Anruf einer vermeintlichen Justizbeamtin, die behauptete, die Tochter der Ratingerin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Gegen die Zahlung einer Kaution könne sie die Inhaftierung abwenden. Die geschockte Seniorin sicherte die Übernahme der geforderten Summe zu und vereinbarte eine Übergabe vor der Haustür. Am frühen Abend erschien dann ein Mann bei ihr. Die 91-Jährige übergab ihm Schmuckstücke und einige hundert Euro. Erst später fiel der Betrug auf.

Die Polizei rät aus diesen und weiteren Anlässen: „Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung oder Ihr Haus. Mitarbeiter der Stadtwerke oder von Telefon- oder Internetanbietern sowie Handwerker kündigen sich in der Regel vor ihrem Besuch an und stehen nicht einfach plötzlich vor Ihrer Haustür. Verlangen Sie immer einen Dienstausweis. Doch Vorsicht: Auch dieser kann gefälscht sein! Melden Sie sich im Zweifel bei Freunden oder Verwandten, oder rufen Sie die Polizei, wenn Ihnen jemand verdächtig vorkommt, der vorgibt, in Ihre Wohnung zu wollen.“

(gut)