Langenfeld: Politiker stellen sich den Schülerfragen

Langenfeld : Politiker stellen sich den Schülerfragen

Im Hinblick auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatte die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule die Idee, Politiker aller Parteien zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. Bisher hatten nur einzelne Politiker die Schule besucht.

Natürlich ging es bei den von den Sozialwissenschaftskursen aus der Q1 und Q2 entwickelten Fragen vor allem um Bildung. So wurde als erstes auch der Vertreter der Linken angesprochen, die sich dafür einsetzt, von G8 auf G9 zurückzukehren. "Als Linke lehnen wir G8 ab", sagte Christian Leye, "es bedeutet für viele Jugendliche Stress, nur um schneller auf dem Arbeitsmarkt verfügbar zu sein." Auch Moritz Körner gab zu, dass es Probleme bei der Umsetzung gibt, wies aber darauf hin, dass viele Schüler das gewonnene Jahr für ein Auslandsjahr oder ein "Freiwilliges Soziales Jahr" nutzen würden. Er plädierte für die Freiheit der Wahl. Dass die Gymnasien künftig G8 und G9 zweigleisig anbieten, möchte auch Verena Schäffer umgesetzt wissen, genau wie Jens Geyer und auch Claudia Schlottmann hielt es für wichtig, "dass sich Eltern und Kinder zusammensetzen, um zu entscheiden." Da NRW das Stauland Nummer 1 ist, wollten die Schüler wissen, wie die Parteien hier Abhilfe schaffen wollen. Bezüglich des Ausbaus des öffentlichen Personennahverkehrs waren sich alle einig. Während die Grünen jedoch den Bau zusätzlicher Straßen ablehnen, plädiert die FDP für den Ausbau des Straßennetzes. Claudia Schlottmann schlug den Ausbau der E-Autos vor. Bei der Höhe des Mindestlohns waren sich die Politiker nicht einig. Forderten Geyer und Leye eine deutliche Anhebung auf mindestens 11,50 Euro, widersprach hier Moritz Körner. Aus den Reihen der Schüler kam dann die Frage nach einer Überarbeitung der Lehrpläne. Hier befürworteten alle Politiker eine Anpassung. "Schule ist im Wandel und die Lehrpläne müssen angepasst werden", meinte Jens Geyer. Bei der Frage nach der Gleichstellung der "Homo-Ehe" und der Öffnung des Adoptionsgesetzes für gleichgeschlechtliche Paare waren sich beinahe alle einig. Nur Schlottmann vertrat hier den Standpunkt, dass Kinder weibliche und männliche Bezugspersonen brauchen. So konnten die Schüler sich ein Bild von den Positionen der einzelnen Parteien machen. "Und vor der Bundestagswahl", meinte Daniel Schulze, "wollen wir das noch einmal machen."

(grue)