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Politik in Langenfeld fordert PCR-Lolli-Tests für Kitas

Langenfeld : PCR-Lolli-Tests für Kitas gefordert

Labore sind am Limit, ob eine Durchführung möglich ist, ist unklar. Mehrheit vertagt Entscheidung auf die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

„Die Verwaltung bietet unverzüglich allen Langenfelder Kitas an, auf regelmäßige PCR-Lolli-Testung umzustellen. Die gilt auch für die Kindertagesstätten und Tagespflege.“ Mit diesem Antrag überraschten am Mittwochabend FDP, SPD, Grüne und BGL die Vertreter der freien Träger, Verwaltung und CDU im Jugendhilfeausschuss.

„In der Elternschaft herrscht große Unsicherheit“, begründete Dirk Niemeyer (Grüne) den kurzfristig eingebrachten Antrag. Die dazu nötigen Finanzmittel stelle das Land zur Verfügung. Was sich bei den Grundschulen bewährt habe, soll nun auch auf die Kitas ausgedehnt werden. Ziel sei der Schutz der Kinder, deren Eltern und des Personals. „Nein“, sagte die Leiterin des Fachbereiches Jugend, Schule und Sport, Sonja Wienecke, „so einfach lässt sich die Lolli-Testung nicht einführen.“ Dazu bedürfe es klarer Ansagen, was genau umgesetzt werden soll. Sie verstehe die Unsicherheit bei den Eltern. „Es gibt aber sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten bei der Durchführung der Tests“, so Wienecke. Ob die Wünsche des Ausschusses verwirklicht werden können, hänge von den Kapazitäten ab. „Wir wissen aber, dass die Labore in der Region am Limit arbeiten“, so Wienecke.

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„Auch wir wollen die Tests“, betonte Sebastian Köpp (CDU). „Aber wir möchten die Modalitäten geklärt wissen und schlagen vor, dass die Verwaltung uns in der kommenden Sitzung informiert.“

Während einer kurzen Unterbrechung der Sitzung berieten sich die Antragsteller und lehnten eine Vertagung ab. Für den dann folgenden Vertagungsantrag stimmten CDu und zwei freie Träger. Gegen die Vertagung votierten die beiden Vertreter der  Grünen und je ein Vertreter von SPD und BGL. Ein BGL-Vertreter und freier Verbandsvertreter enthielten sich. In der nächsten Sitzung berät die Politik über die Testung der rund 2100 Kita- und der etwa 200 Tagespflegekinder sowie des Personals. Die Testkosten für das Personal muss die Kommune tragen.

Enttäuscht zeigten sich nach Abstimmung die Mitglieder von BGL, Grünen, FDP und SPD im Jugendhilfeausschuss: „Die vier Fraktionen stellten den Antrag, Labor-ausgewertete PCR Tests für Kindertagesstätten und Kindertagespflege schnellstmöglich einzuführen“, heißt es in einer Mitteilung. „Dabei sei der Aufruf der Langenfelder Elternschaft in Kitas und Tagespflege nach einer schnellen Lösung deutlich zu vernehmen.“ Jugendamtselternbeirat und Elternbeiräte setzten sich vermehrt, auch im direkten Austausch mit der Verwaltung, für die zügige Einführung von PCR-basierten Lollitests für die Kleinsten ein. Gelder für diese Tests gebe es von der Landesregierung. So stelle das Land pro Test und Kind drei Euro zur Verfügung.

(dh)