Planungsausschuss in Langenfeld beschäftigte sich mit der Zukunft des Ortsteils

Langenfeld Berghausen : So will Berghausen das Wachstum meistern

Die Politiker im Planungsausschuss beschäftigten sich mit der Zukunft des Ortsteils. Verbesserungen werden schrittweise umgesetzt.

Der Ortsteil Alt-Berghausen soll auch zukünftig seinen „dörflichen Charakter“ beibehalten. Dennoch plant die Politik, den Bereich zwischen der Autobahn 59 und der S- und Fernbahnstrecke „schrittweise attraktiv und lebenswert zu halten“, berichtete Stadtplaner  Tobias Rasch im Ausschuss für  Planung und Umwelt.

Grundlage für die sich anschließende Diskussion war ein von der Verwaltung erarbeitetes Konzept, in das auch die Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung vom Februar dieses Jahres eingeflossen sind. Bereits 2017 hatte die CDU-Fraktion beantragt, einen städtebaulichen Rahmenplan für den Standort mit rund 1000 Einwohnern aufzustellen.

Tobias Rasch skizzierte mehrere Schwerpunktthemen, darunter Verkehr, Sicherheit, Gesellschaft Umwelt sowie Stadt und Landschaft. Besonders vermisst werde von den Bewohnern eine „zentrale Versammlungsstätte als Treffpunkt“, sagte er. Sie wünschten sich „eine Art Dorfplatz“ mit einem kleinen Café. Dieser Dorfplatz könne in unmittelbarer Nähe des Brandshofes entstehen. Historische Baudenkmäler wie die alten Hofanlagen sollen außerdem besser herausgestellt werden. Sie verwiesen auf die bäuerliche Vergangenheit und seien auch aus städtebaulicher Sicht wichtig.

Die Hauptthemen beschäftigen sich – abgesehen von der Lärmbelästigung durch den Schienenverkehr – mit dem öffentlichen Raum. Gestaltung und Aufteilung der Flächen stünden im Zusammenhang mit mehr Sicherheit und besserer Beleuchtung. Auch der Durchgangsverkehr sei ein Problem. Dringenden Bedarf sieht Rasch im Bereich der Kreuzung Berghausener Straße/Mühlenweg, der zentralen Kreuzung Baumberger Straße/Mühlenweg, an der Heckenstraße und an der Autobahnbrücke Baumberger Straße. „Das sind alles Dinge, die es zu verbessern gilt.“ In welchem Zeitrahmen das geschehen soll, bleibt jedoch offen. Frank Noack (FDP) fragte nach, wie die Prioritäten gesetzt werden. Referatsleiter Stephan Anhalt antwortete: „Damit werden wir uns in den Ausschüssen beschäftigen. Die politischen Fraktionen können jetzt Themen setzen.“ Die CDU beispielsweise legt bereits im Verkehrsausschuss am kommenden Donnerstag einen Prüfauftrag für eine Rechtsabbiegerspur an der Berghausener Straße vor.

Man wolle Verkehrsabläufe verbessern, die Geschwindigkeit reduzieren und Fußgängern sowie Radfahrern mehr Raum geben. Ob und wie der Schleichverkehr mit einer Sperre unterbunden werden könne, wurde intensiv diskutiert. Andrea Meybom (CDU) beispielsweise machte sich für eine Ampel am Mühlenweg und eine Attraktivierung der Baumberger Straße stark. „Eine grüne Welle ist dort wichtig.“ Schließe man hingegen Straßen, sei Alt-Berghausen abgeschnitten, sagte sie. Bevor dies geschehe, müssten alle anderen Maßnahmen ausgelotet werden. Anhalt signalisierte, dass die Ampelanlage in naher Zukunft komme. Auch Stephan Lauber (SPD) hält nichts davon, den Ortsteil nach außen abzuriegeln. „Wir müssen die Hauptverkehrsrouten optimieren.“ Und Günter Herweg (Grüne) ist „gespannt, wie die Diskussion über die Baumberger Straße weitergeht“.

Auch wenn die Berghausener Straße für Belastung sorge, sei die Hauptlärmquelle der Zugverkehr. Deshalb sei es erfreulich, dass die Bahn  in naher Zukunft einen Lärmschutz bauen wolle, sagte Tobias Rasch. Außerdem sei ein Aufzug zu den Gleisen geplant.

Alt-Berghausen ist mit der S-Bahn-Station gut angebunden. Demnächst soll es einen barrierefreien Zugang geben. Foto: RP/Petra Czyperek
Berghausen grenzt im Süden direkt an Felder. Die Landschaft soll auch zukünftig möglichst geschont werden. Foto: RP/Petra Czyperek

Kritisch setzten sich Günter Herweg und Stephan Lauber damit auseinander, eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer Am Solperts Garten über die Autobahn zu bauen. Herweg kann das „nicht nachvollziehen“, und für Lauber macht die Brücke dort „nicht viel Sinn“.  Unisono bekundeten die Politiker, die Bürger seien gut eingebunden worden. „Das soll auch weiter geschehen“, merkte Andrea Meybom an.

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