Richrath: Plakette erklärt Historie der Alten Schule

Richrath : Plakette erklärt Historie der Alten Schule

Hinter der Lukaskirche liegt die ehemalige Evangelische Volksschule verborgen, so dass sie von der Kaiserstraße aus nicht zu sehen ist. Ein Spaziergang zu dem denkmalgeschützten Gebäude und ein Blick hinein lohnen sich.

Hinter der Lukaskirche liegt die ehemalige Evangelische Volksschule verborgen, so dass sie von der Kaiserstraße aus nicht zu sehen ist. Ein Spaziergang zu dem denkmalgeschützten Gebäude und ein Blick hinein lohnen sich.

Als die Volksschule im Jahr 1925 errichtet wurde, da war sie das erste und einzige Gebäude für die evangelische Gemeinde im vorwiegend katholisch geprägten Ortsteil Richrath. Erst Jahrzehnte später kamen 1964 das evangelische Gemeindezentrum und 1972 die Lukaskirche hinzu. Diese und weitere Informationen stehen auf der Tafel des Umweltschutz- und Verschönerungsvereins Langenfeld (UVL), die jetzt feierlich an dem denkmalgeschützten Gebäude angebracht wurde. Unterrichtet wird in der Alten Schule schon lange nicht mehr, seit 1984 nutzt die Gemeinde sie als Jugendhaus — geleitet von Annette Wittelsbürger.

Als drittes evangelisches Gebäude in Langenfeld nach dem Pfarrhaus der Reusrather Martin-Luther-Kirche und der Erlöserkirche in Immigrath sei die Alte Schule im vergangenen Jahr unter Denkmalschutz gestellt worden, strich Annegret Duffe bei der Enthüllung der UVL-Plakette heraus. Die Reusrather Pfarrerin und Vorsitzende des Presbyteriums sieht "damit aber auch die Aufgabe verbunden, das Haus für die Kinder und Jugendlichen in einem guten Zustand zu erhalten".

Zu dem Richrather Denkmal gehört nicht nur das 1925 errichtete Gebäude, sondern auch die Wiese davor mit ihrem alten Baumbestand. Vor dem Bau der Lukaskirche und des Gemeindezentrums war dort bis zur Kaiserstraße hin der Richrather Kirmesplatz. Das eingeschossige Gebäude beherbergte eine einklassige Schule und eine Lehrerwohnung. Der Klassenraum wurde obendrein für evangelische Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt. Die Räume des heutigen Jugendhauses sind weitgehend wie damals aufgeteilt. Erhalten sind ebenso alle originalen Türblätter, Fensterrahmen und Klappläden.

Seit 1911 waren die evangelischen Kinder in Richrath zunächst in einer Baracke unterrichtet worden. Durch die Unterstützung des damaligen Landrats Adolf Lucas wurde dann 1925 die Schule gebaut. Als nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr Protestanten nach Richrath zogen und die Schülerzahlen auf bis zu 184 stiegen, wurden die vielen Kinder in den 1950er-Jahren sogar in mehreren Schichten unterrichtet. Die Lage entspannte sich, als 1952 in der Nähe die Martinus- und später die Brüder-Grimm-Schule (heute zusammen: Grundschule Richrath-Mitte) gebaut wurden. Pfarrer Uwe Schmidtmann setzte sich nach dem Tod des Hauptlehrers Flaake dafür ein, dass das aufgegebene Gebäude nicht abgerissen wurde. Somit wurde der Altbau zum Jugendhaus.

Das Landesdenkmalamt hebt in seinem Gutachten die Bedeutung der ehemaligen evangelischen Volksschule für die Geschichte der Menschen und des Ortsteils Richrath als Zeugnis der Schulgeschichte und des Wirkens der evangelischen Gemeinde hervor.

Das wird auch im Text der nun angebrachten Denkmalplakette deutlich. Bürgermeister Frank Schneider dankte bei der Enthüllung dem UVL-Vorsitzenden Peter Speldrich dafür, dass der Verein ein weiteres Mal in Langenfeld ein erhaltenswertes Gebäude auf diese Weise würdige. Der UVL zeichnet seit 1984 denkmalgeschützte Gebäude und Einrichtungen mit seinen aufwändig gestalteten Plaketten aus — in Richrath war es jetzt die 28. Informationstafel. Unter dem Langenfelder Stadtwappen weist jeweils ein langer Text auf die Bedeutung und die Geschichte des Baudenkmals hin.

(RP)