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Langenfeld/Monheim: Pendler freuen sich auf Radschnellweg

Langenfeld/Monheim : Pendler freuen sich auf Radschnellweg

Sie fahren bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit: Langenfelder und Monheimer, die das Auto stehen lassen. Wir stellen fünf vor.

In dieser Woche bekam Düsseldorf mit Langenfeld und Monheim den Zuschlag für einen von fünf "Radschnellwegen", deren Bau das Land mit einer dreistelligen Millionen-Summe unterstützen will. Laut Wettbewerbskonzept kann die hiesige 31-Kilometer-Route "kurzfristig" verwirklicht werden, tatsächlich aber soll der Ausbau erst 2017 beginnen. Besonders Pendler, die fast täglich in die Pedalen treten, freuen sich dennoch über die Pläne. Wir stellen fünf dieser wetterfesten Radler vor.

Der Ökologe: Christoph Meiser (52) aus Immigrath radelt täglich zum Jugendfreizeittreff St. Matthäus in Hellerhof, den er leitet. "Als bemühter Christ und Mitbegründer der Langenfelder Grünen ist es für mich selbstverständlich, eine Sechs-Kilometer-Strecke mit dem Rad zu fahren", sagt der Sozialpädagoge. Von den vielen praktischen Vorzügen des Radelns hebt er besonders einen hervor: "Ich kann auf meinen Weg schnurstracks kleinere Erledigungen machen, zum Beispiel in der Sparkasse, und habe nie Probleme, einen Parkplatz zu finden!"

Der Liegeradfahrer: Wolfgang Ey (63) fällt auf, wenn er von Richrath nach Eller düst. "Mit dem Liegerad ist man schneller unterwegs als mit einem herkömmlichen Rad", sagt der Lehrer, der am Lore-Lorentz-Berufskolleg unterrichtet. Die 15 Kilometer schaffe er manchmal in nur 30 Minuten. Unter der Schwitzgrenze bleibt Ey so natürlich nicht. "Das macht aber nichts, denn wir haben in der Schule Duschen. Wenn ich dann frisch vor die Klasse trete, bin ich der Einzige, der richtig wach ist", meint Ey augenzwinkernd.

Der Kombinierer: Jürgen Wüsthoff (61) aus Baumberg ist ebenfalls Berufsschullehrer – in Essen. "Ich radele jeden Tag nach Benrath, nehme dort das Fahrrad mit in den Regionalexpress und radele vom Essener Hauptbahnhof noch mal zwei bis drei Kilometer zu meiner Schule", erzählt der Wind-und-Wetter-Radler. "Unangenehm wird's nur bei starkem Regen, aber in so einen Guss kommt man doch ziemlich selten", sagt Wüsthoff, der selbst Schnee nicht scheut: "Dafür habe ich extra ein Drittrad mit Spikes. Damit fährt es sich hervorragend!"

Der Boxenstopper: Heinz-Peter Sauren (54) nimmt ebenfalls den Zug, schließt sein Fahrrad aber vorher in einer der blauen Mietboxen am Langenfelder S-Bahnhof ein. "Das kostet mich 25 oder 30 Euro im Jahr. Dafür ist mein Rad vor Diebstahl und Vandalismus sicher. Am Bahnhof in Ohligs haben sie mir neulich wieder Zubehör vom Rad abgebrochen. Eine Kleinigkeit, aber ärgerlich." Vier Kilometer sind's von seiner Haustür bis zum Langenfelder S-Bahnhof. "Ich arbeite als Konstrukteur in Benrath. Wenn mal wieder eine S-Bahn ausfällt oder sich stark verspätet, nehme ich einfach das Rad wieder aus der Box heraus und radele die komplette Strecke", freut sich Sauren über seine Unabhängigkeit von Bus und Bahn.

Die Naturfreundin: Der Pendler-Alltag von Jutta Lincke (59) aus Monheim liegt zwar schon ein paar Jährchen zurück, dafür sind ihre Schilderungen von den Freuden des Radfahrens um so eindrücklicher: "Wenn Sie täglich durch die Urdenbacher Kämpe radeln, zum Teil morgens um halb sechs, dann erleben Sie die Natur so intensiv wie nur irgendwie", sagt die ehemalige Krankenschwester der Elbroich-Klinik in Holthausen und schwärmt von Eisregen an einem Neujahrstag, von Glühwürmchen im Sommer, Herbststürmen und von den Reihern unweit des Urdenbacher Ortseingangs: "Bald hatte ich das Gefühl, jeden einzelnen von den Vögeln persönlich zu kennen."

(RP)