Monheim: Peer Steinbrück liebt Kartoffelsalat

Monheim : Peer Steinbrück liebt Kartoffelsalat

Die Jacke hat Peer Steinbrück neben sich abgelegt, der Pappteller mit Bratwurst und Kartoffelsalat steht vor ihm auf dem Biertisch.

Die Jacke hat Peer Steinbrück neben sich abgelegt, der Pappteller mit Bratwurst und Kartoffelsalat steht vor ihm auf dem Biertisch.

"Hol' einer dem Mann doch mal was zu trinken!", ruft sein Banknachbar beim Sommerfest des Louise-Schröder-Hauses der Arbeiterwohlfahrt. Doch der SPD-Kanzlerkandidat beißt erst mal entspannt in die Wurst — der Auftritt vor den Senioren und Awo-Mitgliedern war am Freitag der letzte an diesem Tag in seinem Wahlkreis Mettmann-Süd. "Die Wurst ist richtig lecker", freut er sich.

Zuvor hat er Autogramme auf Pappteller, Bierdeckel und Foto-Postkarten gegeben und viele Hände geschüttelt. Steinbrück gibt sich volksnah: "Wir wünsche ihm viel Erfolg", sagen Gabriele Meibaum und Margitta Geyer. "Er ist so ein sympathischer Mensch", fügt Barbara Knops hinzu. "Leider sieht man ihn in der Öffentlichkeit viel zu selten."

Steinbrück will sich für die Belange der Senioren einsetzen. "Genauso wie die meisten, möchte ich solange es geht im Alter zu Hause bleiben", sagt er. "Meine Mutter hat bis 90 Jahren in den eigenen vier Wänden gelebt." Erst dann sei sie in ein Heim gegangen. Damit das für alle Standard sein kann, müsse die Politik aber Geld ausgeben und die ambulante Betreuung ausbauen. "Wir brauchen 125 000 zusätzliche Pflegekräfte." Bei seinem Besuch in der Langenfelder Sozialstation am frühen Nachmittag hätte ihm die Einrichtungsleitung ihr Leid geklagt, dass man händeringend Fachpersonal suche. Zusätzlich müsse die Pflegeversicherungsleistung dringend um 0,5 Prozent erhöht werden. Bürgermeister Daniel Zimmermann und Steinbrück waren beide im blau-weiß gestreiften Hemd gekommen. "Ich habe aber den richtigen Schlips an", frohlockt der Kandidat über seinen roten Binder. Doch als er die Senioren auf den Bundestagswahltermin am 22. September einschwören will, versagt das Mikro. "Das ist bestimmt von der CDU", frotzelt er — und spricht einfach ohne Verstärker weiter. Polizei und Bundeskriminalamt hatten das Festgelände zuvor abgesichert. Und während Peer Steinbrück seine Bratwurst verspeist, halten Männer in dezenten dunklen Anzügen Wache an den Zugängen. Petra Czyperek

(RP)
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