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Monheim: Patchwork-Frauen süchtig nach Stoff

Monheim : Patchwork-Frauen süchtig nach Stoff

Zu den beliebtesten Angeboten der VHS Monheim gehört Patchwork. Das ist eine Art Puzzle mit Stoffen – nur dass der Puzzler selbst bestimmt, welche Teile zueinander passen.

Zu den beliebtesten Angeboten der VHS Monheim gehört Patchwork. Das ist eine Art Puzzle mit Stoffen – nur dass der Puzzler selbst bestimmt, welche Teile zueinander passen.

Eine fröhliche kleine Runde hat sich auf der ersten Etage im Stoffhaus Hanke in der Monheimer Altstadt versammelt. Seit 2007 bietet die Volkshochschule dort Patchwork-Kurse an. Die vier Teilnehmerinnen kennen sich schon von vorherigen Lehrgängen und zeigen große Begeisterung für diese alte Volkskunst, deren Technik schon vor der Zeitrechnung bekannt war und später von englischen Frauen nach Amerika gebracht wurde.

Seit 1970 findet Patchwork auch bei uns immer mehr Beachtung und Liebhaber. Kursleiterin Sabine Ebel bringt es auf den einfachen Nenner: "Patchwork ist, Stoffe auseinanderzuschneiden und in irgendeiner Form wieder zusammenzunähen." Was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine Angelegenheit, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. "Voraussetzung zur Teilnahme an den Kursen ist, dass man eine Nähmaschine bedienen und gerade Stiche nähen kann", erklärt Fachfrau Ebel lachend. "Und ein mathematisches Verständnis hat", fügt Ingrid Werner hinzu.

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Im Moment schneidet sie gerade für einen Kissenbezug schmale Stoffstreifen, von denen jeder millimetergenau akkurat sein muss. Sie hat verschiedene Stoffe gekauft, die zu ihrem orangefarbenen Sofa passen sollen. "Dies ist ein reiner Vergnügungskurs", kleidet sie ihre Begeisterung in Worte. Weihnachten ist zwar wieder in weite Ferne gerückt, doch Marlene Schmitz bügelt jetzt schon das Mittelteil aus Leinen für einen Adventskalender, der einen schönen Patchworkrand bekommen soll.

Die Teilnehmerinnen wissen den Service des Stoffhauses Hanke zu schätzen, das Nähmaschinen, Schneidematten, Rollschneider und Lineale zur Verfügung stellt. Inhaberin Ursula Dommke hat in ihrem Sortiment fast tausend Patchworkstoffe, deren Preise zwischen 13 und 20 Euro pro Meter liegen. "Die Stoffe haben beste Qualität und einen besonders guten Druck", erklärt sie. Jeder Stoff muss vor der Verarbeitung bei 30 Grad gewaschen werden, damit die einzelnen aneinandergenähten Teile nicht nach der ersten Wäsche unkontrolliert einlaufen. Da die Räumlichkeiten beengt sind, können nur vier Teilnehmer pro Kursus angenommen werden. Das Angebot in diesem Frühjahr ist schon vollständig ausgebucht. "Hier einen Platz zu bekommen ist fast wie ein Gewinn im Lotto", sagt Christel Solf und freut sich, dass sie es geschafft hat.

Bereits seit vier Jahren frönt Ann-Charlott Anhalt diesem Hobby. "Ich nähe, was mir Spaß macht." Das können Kissen, Taschen, Tischsets, Weihnachtssterne oder Kulturbeutel sein. "Verkauft wird nichts", sagt sie und verschenkt lieber zu vielerlei Anlässen die Arbeiten an gute Freunde. Immer wieder wird herumgetüftelt, wie die Streifen, Hexagone, Rauten, Dreiecke oder Vierecke aneinander genäht werden müssen, um das vorher ausgesuchte Muster zu bekommen. Expertin Sabine Ebel weiß stets, was getan werden muss und gibt genaue Anweisung. Nebenbei bemerkt sie schmunzelnd, dass Patchwork echt süchtig mache. "Wir sagen immer: Wir hängen an der Nadel (natürlich Nähnadel) und brauchen Stoff." Selbst der Urlaub werde manchmal danach ausgerichtet, ob Patchworkgeschäfte in der Nähe besucht werden können.

(kneb)