Kreis Mettmann: Parteien streiten über Kunstausstellung

Kreis Mettmann : Parteien streiten über Kunstausstellung

Ein Jahr nach dem Ende der Kreiskunstausstellung machen CDU und FDP eine Kehrtwende: Die Liberalen wollen Geld, die Union aber nur Unterstützung zusagen und die Künstler in die Verantwortung nehmen – die aber sind irritiert.

Ein Jahr nach dem Ende der Kreiskunstausstellung machen CDU und FDP eine Kehrtwende: Die Liberalen wollen Geld, die Union aber nur Unterstützung zusagen und die Künstler in die Verantwortung nehmen — die aber sind irritiert.

Die Kreiskunstausstellung war eigentlich schon beerdigt, doch nun könnte es doch noch eine weitere Auflage der Leistungsschau von Künstlern im Kreis geben. CDU und FDP haben für die nächste Sitzung des Kulturausschusses am 28. November zwei unterschiedliche Anträge eingereicht, wie man die Veranstaltung 2014 doch noch weiterführen könnte — ein Jahr, nachdem sie ihr die finanzielle Unterstützung durch den Kreis versagt hatten.

Doch darüber, wie das neue Engagement aussehen soll, herrscht Uneinigkeit. Die FDP will weiter Geld geben, die CDU will das verhindern. Bei der letzten Kreisschau in Haus Graven in Langenfeld im Herbst 2012 waren 33 Künstler mit 37 Arbeiten vertreten. Insgesamt 1800 Interessierte besuchten die Schau — die als die letzte ihrer Art verkündet worden war.

Die erste Kehrtwende kam nun von der FDP. Die Liberalen überraschten am 8. November mit dem Antrag, im Kreishaushalt Mittel in Höhe von 9400 Euro für eine Kreiskunstausstellung 2014 bereitzustellen. Das sind gut 1000 Euro mehr als bei der letzten Schau. Fraktionschef Dirk Wedel begründete den Sinneswandel mit der "großen Resonanz der letzten Ausstellung".

Die CDU reagierte pikiert auf den Vorstoß der Liberalen. "Das hat mich schon verwundert", sagte Kreistagsfraktionschef Klaus-Dieter Völker und erklärte im Gespräch mit der RP, es habe sich um einen "Kommunikationsfehler" gehandelt. "Der Kreis soll nur bei der Organisation helfen. Warum sollen die Künstler diese Ausstellung nicht selbst veranstalten?", meint Völker und hat einen eigenen Antrag eingereicht: Darin heißt es, der Landrat solle beim Bergischen Künstlerbund anfragen, ob dieser nicht die Ausstellung in eigener Regie organisieren wolle. Der Kreis übernehme dann die Verantwortung dafür, dass es eine geeignete Räumlichkeit gibt. "Es gibt auch schon einen Sponsor, der die Halle stellen soll", verspricht Völker. Die Ausstellung solle aber nicht den Kreishaushalt belasten.

Von einem "Kommunikationsfehler" aber will Michael Ruppert (FDP) nichts wissen. Der stellvertretende Landrat, der die letzte Ausstellung noch eröffnet hatte, verteidigt die Kehrtwende der Liberalen — und damit auch die knapp 10 000 Euro an Zuschuss für die Ausstellung. "Eine gewisse Summe für die Organisation muss schon da sein", sagte Ruppert. "Wir werden darüber noch reden vor der Ausschusssitzung."

Dass überhaupt die beiden Fraktionen, die das Ende der Ausstellung 2012 noch einmütig mit der UWG beschlossen hatten, nun um deren Weiterführung ringen, amüsiert nicht nur die Oppositionsparteien. Als "peinlich" und "erstaunlich" bezeichnete dies die SPD. Die Sozialdemokraten im Kreis sehen durchaus eine Chance im Ausschuss für Schule und Kultur, der am 28. November tagt.

Ralf Buchholz, Gründer und Sprecher des Künstlerzusammenschlusses "Neanderartgroup" staunt: "Das ist eine seltsame Besinnung, aber mit diesen Dingen muss man leben." Weniger gut leben kann er hingegen mit dem Ansinnen, die Veranstaltung ohne Zuschüsse vom Kreis anzuschieben. "Gar kein Geld zu geben ist armselig. Wenn da Kreis draufsteht, muss auch ein bisschen Kreis drin sein. Man kann auch mit weniger als 10 000 Euro auskommen." Der Bergische Künstlerbund war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(RP)
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