Baumberg: Parkplatz-Ärger nach Unfall

Baumberg : Parkplatz-Ärger nach Unfall

Nach dem schweren Zusammenstoß eines Kleinwagens mit einem Linienbus auf einer Baumberger Kreuzung kritisieren Anwohner: Ein geparkter Kleinlaster behindert dort die Sicht. Ordnungsamt und Polizei widersprechen.

Wochenlang hat Marlies Schmidt (65) nach eigenen Worten "immer wieder" das Ordnungsamt auf eine "Sichtbehinderung" vor ihrer eigenen Haustür hingewiesen — und jetzt hat's Bum gemacht. "Die junge Frau am Steuer des Kleinwagens hat noch Glück im Unglück gehabt und sich nicht sonderlich schwer verletzt, aber das hätte auch richtig übel ausgehen können", schimpft die 65-Jährige.

Am Pfingstmontag gegen viertel nach zehn krachte es, an der Ecke Monheimer/(rheinseitige) Sandstraße: Eine Fiat-Fahrerin wollte bei ausgefallener, gelb blinkender Ampel von der Sand- nach links in die Monheimer abbiegen und stieß mit einem aus ihrer Abbiegerichtung kommenden, vorfahrtberechtigten Linienbus zusammen. Die Feuerwehr musste die Frau anschließend aus dem schrottreifen Fiat befreien. Geschätzter Schaden: etwa 10 000 Euro.

"Der Kleinlaster auf der Freifläche mit den Pöllern im Straßeneck hat ihr die Sicht genommen", vermutet Anwohnerin Schmidt. Ihr und ihrem Mann Manfred (70) ist der weiße Lieferwagen schon länger ein Dorn im Auge, genauso wie der Werbewagen einer Waschanlage und ein gelber Laster mit Leitern und anderen Handwerks-Utensilien auf der Freifläche: "Wir wollen diese Rostbeulen nicht vor der eigenen Haustür haben!" Besonders ärgert das Rentnerpaar, dass der Lieferwagen-Eigentümer "lieber ein paar hundert Meter zu Fuß geht, als sich und seinen Nachbarn den Anblick seiner Karre zuzumuten".

"Es war Unachtsamkeit"

Marion Warden, für Ordnung zuständige Bereichsleiterin der Stadtverwaltung, bestätigt die Beschwerden Schmidts, sieht aber keinen Zusammenhang zwischen dem geparkten Kleinlaster und dem Unfall von Pfingstmontag: "Die imaginäre Haltelinie, von der aus die Verkehrsteilnehmer von der Sandstraße in die Kreuzung hineinblicken, liegt mindestens zwei Fahrzeuglängen vor der Parkfläche — die Fiat-Fahrerin muss also eine uneingeschränkte Sicht gehabt haben."

Das Unfallprotokoll der Polizei gibt Warden Recht: "Von ,Sichtbehinderung' steht da nichts drin — es war Unachtsamkeit", teilt Polizeisprecher Frank Bons mit. Unabhängig von dem Unfall hat das Monheimer Ordnungsamt die Lage auf dem provisorisch anmutenden Parkraum nach Wardens Worten geprüft und keine Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung festgestellt: "Die Kleinlaster dürfen dort geparkt werden — ob sie verrostet sind oder auf Hochglanz poliert , spielt keine Rolle."

(RP)
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