Langenfeld: Parkgebühren überraschen Autofahrer

Langenfeld : Parkgebühren überraschen Autofahrer

Da staunte der 36-jährige Pendler aus Benrath, der gerne die Bachstraße als zentrumsnahen Parkplatz nutzt, gestern Morgen nicht schlecht: Fast drei Viertel der Stellplätze frei, das gab's noch nie! Juchhe! Doch zu früh gefreut: Parkscheinautomaten und Schilder "Parken nur mit Parkschein" – das gab's auch noch nie! Zumindest bis gestern, 0 Uhr.

Da staunte der 36-jährige Pendler aus Benrath, der gerne die Bachstraße als zentrumsnahen Parkplatz nutzt, gestern Morgen nicht schlecht: Fast drei Viertel der Stellplätze frei, das gab's noch nie! Juchhe! Doch zu früh gefreut: Parkscheinautomaten und Schilder "Parken nur mit Parkschein" — das gab's auch noch nie! Zumindest bis gestern, 0 Uhr.

Seitdem ist die Parkgebühren-Zone in der Stadtmitte gewachsen — wie es der Rat beschlossen hat: um die Ganspohler-, Josef- und Johannesstraße (von Solinger Straße bis Schaufsfeld), die Straßen Im Schaufsfeld, An der Tente, Eichenfeldstraße (von Talstraße bis Schaufsfeld), Talstraße (von Eichenfeldstraße bis Kreisverkehr), Dietrich-Bonhoeffer-Straße, In den Weiden sowie eben die Bachstraße (zwischen den Kreisverkehren). Dort werden jetzt Parkgebühren fällig — außer wie im übrigen Zentrum in der ersten Stunde.

Etliche Autofahrer haben die Änderung offenbar noch nicht registriert. Denn an nahezu jeder zweiten Windschutzscheibe an besagten Straßen pappte gestern ein Straftzettel unter dem Scheibenwischer. Diejenigen Parker, die die neuen Automaten zur Kenntnis genommen haben, sehen sie mit gemischten Gefühlen. Das Solinger Ehepaar Groß, das Langenfeld bisher vor allem aufgrund der kostenlosen Parkmöglichkeiten besuchte, war sichtlich über die neuen Regelungen verwundert. Dadurch ließen sie sich "aus Langenfeld aber nicht vertreiben", meint der 65-jährige Friedhelm Groß. Er findet es jedoch regelrecht "gemein", dass es weder Vorankündigung noch Übergangsregelung gab.

Andrea Markus (30) sieht den einzigen Grund in den neuen Parkgebühren darin, "den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen". Die Leverkusenerin, die Langenfeld gestern privat besuchte, glaubt zwar an eine Verbesserung der Parksituation, insgesamt gesehen beurteilt sie jedoch die neuen Automaten als "Abzocke".

"Das ist dreist"

Eine Anwohnerin der Bachstraße findet die neuen Regelungen "dreist". Miete und Nebenkosten seien vorher schon hoch genug gewesen. Sie fragt sich, warum man als Anwohner nicht kostenlos parken könne. Auch das Jahrespark-Ticket für 17 Euro hält sie "prinzipiell" für zu teuer. "Was soll ich dazu sagen. Die Stadt braucht Geld!", meint auch der 39-jährige Langenfelder Andreas De Let. Er ist allerdings gerne bereit zu bezahlen, "weil es in anderen Städten auch nicht anders gehandhabt wird".

(RP)
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