Langenfeld: Omas Leber rettet Greta das Leben

Langenfeld: Omas Leber rettet Greta das Leben

Die Langenfelderin Iwona Berger hat ihrer Enkelin, die an Gallengangatresie erkrankt war, Teile ihrer Leber gespendet. Das kleine Mädchen kam zwei Monate zu früh auf die Welt, die Operationen waren für beide riskant.

Es ist wohl das wertvollste Geschenk, das eine Großmutter machen kann: Die Langenfelderin Iwona Berger (51) hat ihrer Enkelin Greta Teile ihrer Leber gespendet und damit deren Leben gerettet. "Wir sind so glücklich und dankbar", sagte Schwiegersohn Ludwig Sinziger (32) im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Januar 2016 war Greta mit der sehr seltenen Krankheit Gallengangatresie auf die Welt gekommen. Die dank der beherzten Oma schnell ermöglichte Transplantation sei im letzten Sommer die Rettung gewesen. "Greta hat die schwere Zeit zu Beginn ihres Lebens gut überstanden." Beim Besuch der im bayrischen Fürstenfeldbruck wohnenden Familie freute sich Iwona Berger jetzt über ihre vergnügt spielende Enkelin.

Rückblende: Als Greta zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin im Starnberger Krankenhaus zur Welt kommt, erkennen die Ärzte schnell den schlechten Zustand ihrer Leber. "Es wurde immer schlimmer, zumal noch eine Viruserkrankung dazukam", erinnert sich der 32-Jährige. "Bald wurde klar, dass die Leber ausgetauscht werden muss. Und zwar möglichst rasch, so dass dieser schwerwiegende Eingriff vom Organismus noch verkraftet werden kann."

Auf die Leber eines anonymen Spenders zu hoffen - darauf wollte die junge Familie nicht warten. "Das kann sehr lange dauern. Und diese Zeit hatte Greta nicht", sagt Sinziger. Wie er selber sei auch seine aus Langenfeld stammende Frau Nathalie (30) bereit gewesen, Teile der eigenen Leber für Greta zu spenden. Doch Großmutter Iwona Berger nahm Tochter und Schwiegersohn, die in Jan (7) und Clara (5) noch zwei weitere Kinder haben, diesen durchaus riskanten Schritt ab.

"Als Oma habe ich sofort reagiert", sagt die gelernte Keramikerin, die in einer Langenfelder Kantine arbeitet. Im Regensburger Transplantationszentrum, wo Greta im Juli und August insgesamt sieben Operationen über sich ergehen lassen musste, habe sie darauf gedrängt, dass es endlich losgeht. "Sie war ja schon ganz gelb und hatte schlechte Werte. Gott sei Dank haben die Ärzte bei diesem winzigen Körper hervorragend gearbeitet. Dass Greta lebt und alles so gut überstanden hat, ist für mich ein Wunder." Auch sie selber habe den Eingriff ohne größere Beschwerden weggesteckt.

"Meine Mutter hat unserer Tochter das Leben gerettet", bekräftigt Nathalie Sinziger. "Sie ist für uns alle eine richtige Heldin!" Das sieht auch die Redaktion der Fernseh-Illustrierten "Auf einen Blick" so, die Iwona Berger aktuell in ihrer Aktion "Helden des Alltags" besonders herausstellt.

Wichtiger als jede Würdigung dieser Art ist für die 51-Jährige indes, dass ihre Enkeltochter prächtig zu gedeihen scheint. Das bestätigt Ludwig Sinziger: "Dadurch, dass sie zwei Monate zu früh zur Welt kam und weitere zwei Monate nur ruhig im Bett lag, ist ihre Entwicklung natürlich etwas verzögert." Aber jetzt lerne Greta, die ersten Schritte selbständig zu gehen.

Die ersten Erfolge auf diesem Weg wird die Kleine beim nächsten Besuch der Oma in Langenfeld vorführen. Zu der sie jetzt eine ganz besondere Beziehung hat.

(mei)