Monheim: Öffnen unter AufsichtKirche soll die Gläubigen einladen

Monheim : Öffnen unter AufsichtKirche soll die Gläubigen einladen

Auch in Monheim interessiert man sich für das Projekt "verlässlich geöffnete Kirchen". "Für die Altstadtkirche haben wir das schon länger im Blick", sagt Pfarrer Falk Breuer. "Dazu benötigen wir einen Stab von Ehrenamtlichen", wie er hinzufügt, "und da suchen wir noch zwei, die bereit wären, das mitzutragen." Vier gebe es schon.

"Manchmal kommen Gruppen von Wanderern vorbei, die einen Blick in die Kirche werfen wollen", erzählt Breuer. Es müsse aber immer jemand da sein, der aufpasse. Die Kirche hat in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht; so wurde etwa einmal der Opferstock aus dem Turmraum gestohlen. Vielleicht, so Pfarrer Breuer, sei man im Sommer soweit, eine "verlässlich geöffnete Kirche" zu werden.

Im vergangenen Jahr fertigte die Gemeinde mit einem Schmied einen Kerzenbaum. Auf den eisernen Blättern können Besucher Teelichte aufstellen. Das könne etwas sein, das die Kirche einladend mache.

Langenfeld Seit fast zehn Jahren gibt es das Signet "verlässlich geöffnete Kirche". Jetzt zeichnete die Evangelische Landeskirche die Martin-Luther-Kirche in Reusrath aus. Landespfarrer Jürgen Schweitzer vom Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste war eingeladen, beim gestrigen Festgottesdienst die Predigt zu halten. Mit ihm sprach RP-Mitarbeiter Daniel Gehrmann.

Was ist die Idee der verlässlich geöffneten Kirche?

Schweitzer Der Kirchenraum ist eine "Raststätte der Seele" inmitten der Betriebsamkeit und dem Lärm des Alltags . Er ist ein Ort der Begegnung mit Gott, offen und einladend für Menschen, auch jenseits der Gottesdienste sonntags um 10 Uhr. "Der Seele Raum geben" – mit diesem programmatischen Wort hat auch 2003 die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland "Kirchen als Orte der Besinnung und Ermutigung" neu in den Blick gerückt und sich für eine stärkere Öffnung der evangelischen Kirchen in Deutschland eingesetzt.

Was macht eine Kirche einladend?

Schweitzer Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. In einigen Kirchen gibt es einen Ansprechpartner, der Besuchern etwas über die Geschichte des Gotteshauses erzählen kann. Eine Marktkirche kann eine Andacht zur Marktzeit anbieten. Oder eine liebevoll gestaltete Gebetsecke mit einem Gebetstagebuch und Teelichtern, die zu Stille und Gebet einlädt.

Was geschieht, wenn eine Kirche die Kriterien nicht mehr erfüllt?

Schweitzer Wir kontrollieren das nicht. Aber es macht ja keinen Sinn, mit einer geöffneten Kirche zu werben, wenn sie häufig geschlossen ist. Wenn eine Gemeinde die Bedingungen nicht mehr erfüllen kann, wird sie uns das wahrscheinlich von sich aus mitteilen.

(RP)
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