Monheim/Neuss: Nüss stinkt gegen Monnem an

Monheim/Neuss : Nüss stinkt gegen Monnem an

Die Stunksitzung nimmt das "Steuerdumping-Dorf" vom Rhein aufs Korn.

Treffen sich drei Briefkästen. Sagt der eine aus dem Neusser Stadtzentrum: Er trauere seinem alten Postbeamten nach, er werde nur noch von genervten Aushilfen geleert. Sagt der zweite Kasten, aus einem Vorortkaff: Er erhalte nur zweimal jährlich Post - die Kirchenchronik und den Umweltkalender. Der dritte, ein großer Sammelkasten mit vielen Adressschildern, wurde vom Steuerunterschläger-Paradies Panama nach Monheim am Rhein verschickt, einem Restdorf mit Stadtrechten . . . So hieß es jetzt auf der Stunksitzung in der Neusser Wetthalle.

Anlass für den Schlag mit der Schelmenpritsche ist das "Steuerdumping", mit dem Monheim anderen Städten wichtige Unternehmen wegnehme. Im Neusser Fall geht es um UPS: Das Management des Paketdienstleisters (53 Mann) sei nach Monheim umgezogen - während die mehr als 1000 Mitarbeiter, die die eigentliche Arbeit tun, (nicht steuerwirksam) zurückblieben, kritisieren die Stunker.

Hauptthema der Sitzung ist aber das amerikanische "Trumpeltier", das mit ähnlichen Instinkten für den globalen Steuerwettbewerb ausgestattet ist wie Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann. Das US-Trumpeltier möge den rheinischen Karneval studieren und Gefallen an langen Aufzügen, kurzen Funkemariechenröcken (the funky marys), korrupten Karnevalsfunktionären und ungestraftem Grabschen finden.

Nur Jack Tilly stört den Trump, heißt es in Neuss. Der begnadete Mottowagenbauer aus Düsseldorf, bei dem inzwischen auch Monheimer Jecken an ihrem Handwerk feilen, habe das Trumpeltier nicht gut getroffen: He's fired.

(RP)