1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Monheim: Notaufnahme ist jetzt nachts geschlossen

Monheim : Notaufnahme ist jetzt nachts geschlossen

Die St.-Josef-Klinik schließt Ende August. Die Mitarbeiter sind nach wie vor frustriert und verärgert.

Die Notaufnahme der St.-Josef-Klinik ist ab sofort nur noch tagsüber besetzt, und zwar von 8 bis 19.30 Uhr. "Das liegt auch an der hohen Krankenrate und der Urlaubszeit", sagt Kplus-Pressesprecherin Cerstin Tschirner. Die Rettungsdienste seien informiert und führen im Notfall andere Krankenhäuser an. Überhaupt ist nur noch eine Station mit etwa 30 Betten — interdisziplinär — besetzt.

Damit tritt die erste Einschränkung in Kraft, von der die Geschäftsführung des Kplus-Verbundes am 28. Mai sprach, als sie das Aus der Klinik verkündete: "Der Betrieb der St-Josef-Klinik wird unter der Voraussetzung bis zum Schließungstermin, dem 31. August, fortgeführt, dass die besonderen Erfordernisse eines Rund-um-die-Uhr-Betrieb auch sichergestellt werden kann."

Die Mitarbeiter, die am 27. Juni die Kündigung erhalten haben, sind immer noch enttäuscht und verärgert, berichtet Axel Tenten. Nachdem bisher stets die Solidarität innerhalb des Verbundes betont wurde, fühle man sich jetzt "abgeschoben". Allein, dass sich Mitarbeiter der St.-Josef-Klinik in der Personalabteilung des Kplus-Verbundes wie externe Kandidaten mit Lebenslauf und Mappe für eine freie Stelle bewerben müssten, stoße ihnen übel auf. "Das wirkt unprofessionell, weil alle Unterlagen ja vorliegen", so der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung.

  • Der Anfang vom Ende
  • Die bekannt gewordene häusliche Gewalt im
    Häusliche Gewalt im Kreis Mettmann : Vom viel zu langen Leiden der Frauen
  • Willi Bolten hat unter anderem den
    Monheimer Urgestein : Monheimer trauern um großen Ehrenamtler

Auch die Aufforderung an einen soeben gekündigten Mitarbeiter, seinerseits zu kündigen, wenn er eine Stelle beim Kplus-Verbund antreten wolle, erzeuge Unruhe, ergänzt Theresia Gerling, ebenfalls von der Mitarbeitervertretung. Der von der Geschäftsführung angekündigte Stellenpool, über den den Mitarbeitern die Stellen "befreundeter Unternehmen" frühzeitig zugänglich gemacht werden sollten, entpuppe sich als bloße Sammlung kopierter Stellenausschreibungen am Schwarzen Brett.

Anders als die Geschäftsführung vorgeschlagen hat, sollen die schwerer vermittelbaren Mitarbeiter in einer Outplacement-Gesellschaft der Deutsche Angestellten Akademie (DAA) aufgefangen werden. "Die Schließung ist vor allem für die langjährigen, schon älteren Mitarbeiter in den Pflegeberufen eine Situation, mit der sie nie gerechnet haben — sie haben sich in Monheim als ihren Lebensmittelpunkt eingerichtet", sagt Tenten, der selber als Pfleger auf der Intensivstation arbeitet. Die Ärzte treffe die Schließung auch, obwohl die Klinik nicht viele fest angestellte Mediziner beschäftigt habe. "Seit ein paar Jahren haben wir in der internistischen Abteilung vor allem freiberuflich tätige Leihärzte, die wochenweise bei uns auf Honorarbasis arbeiteten."

Die Auffanggesellschaft werde gut angenommen, sagt Theresia Gerling, die seit 22 Jahren als Krankenschwester in der Klinik arbeitet. "Die älteren Mitarbeiter, die bei uns die Mehrheit ausmachen, werden bezüglich ihrer Marktchancen beraten, erhalten Bewerbungstraining, es werden Stärkenprofile erstellt, aus denen dann mögliche Fortbildungen entwickelt werden."

Wer beispielsweise aus der Krankenpflege komme, könne sich zur Codierfachkraft für das Abrechnungswesen oder für die Pflegeberatung weiterbilden lassen, erläutert Cerstin Tschirner. "Dann muss man nicht mehr körperlich schwer arbeiten."

www.rp-online.de/langenfeld

(RP)