Langenfeld/Monheim: Noch ein möglicher Sojus-Schläger vor Gericht

Langenfeld/Monheim: Noch ein möglicher Sojus-Schläger vor Gericht

Die brutale Massenschlägerei vor der Monheimer Kulturfabrik "Sojus" beschäftigt auch fast fünf Jahre nach der Tat noch die Justiz. Die Rädelsführer der gemeinschaftlich begangenen Körperverletzung an einem damals 19-jährigen Deutschrussen wurden bereits zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen und Geldbußen verurteilt. Ihr Opfer erlitt bei dem Vorfall im Sommer 2005 unter anderem mehrere Knochenbrüche im Gesicht, die ihn beinahe das Augenlicht gekostet hätten. Nun musste sich ein 27-jähriger Leichlinger vor dem Langenfelder Amtsgericht verantworten. Der derzeit arbeitslose Friseur soll am fraglichen Abend ebenfalls kräftig zugelangt haben.

"Meine Freundin hat an dem Abend ihren Schulabschluss im Sojus gefeiert", erzählte der Angeklagte. "Ich kam am frühen Abend dort an, aber die Türsteher haben mich und einige andere Personen nicht hineingelassen." Danach sei es vor der Tür zu einigen Wortgefechten gekommen. Es dauert nicht lange, bis die Situation eskaliert. Der aufgestachelte Mob geht auf sein Opfer los und malträtiert den jungen Mann mit Faustschlägen und Fußtritten. Blutüberströmt taumelt der Monheimer auf die Straße, doch seine Peiniger lassen erst nach einigen Minuten von ihm ab. Ein Krankenwagen transportiert ihn mit schweren Verletzungen in die Düsseldorfer Uniklinik.

"Ich bin als Gast gekommen"

"Was der Auslöser für diese Schlägerei war, weiß ich nicht", beteuerte der Angeklagte gestern. "Ich bin als Gast gekommen, um mit meiner Freundin zu feiern, und kannte die meisten Leute dort nicht." Warum sein Name im Nachhinein von verschiedenen Beteiligten ins Spiel gebracht wurde, kann sich der Hartz-IV-Empfänger nach eigenem Bekunden nicht erklären. Auch auf mehrfaches Nachfragen stritt der 27-Jährige jegliche Beteiligung ab.

Das jedoch widerspricht den Erinnerungen des Geschädigten. Er kann sich nach eigenen Worten auch fünf Jahre nach der Tat genau an das Gesicht des türkischstämmigen Leichlingers erinnern – trotz der unübersichtlichen Situation. "Das Adrenalin in meinem Körper hat meine Sinne geschärft", vermutet das Opfer, nachdem der Verteidiger Zweifel an der Genauigkeit der Aussage äußert. "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass der Angeklagte mit dabei war."

Endgültig konnte die Beteiligung des Leichlingers allerdings nicht geklärt werden, da zwei geladene Zeugen nicht zur Vernehmung erschienen waren. Der Richter unterbrach die Verhandlung und vereinbarte einen Fortsetzungstermin am Ende des Monats. Die diesmal fern gebliebenen Zeugen sollen dann polizeilich vorgeführt werden. "Außerdem werden wir versuchen, die damalige Freundin des mutmaßlichen Täters ausfindig zu machen", erklärte der Richter.

(RP)