Langenfeld: Neues Gleis für den Rhein-Ruhr-Express

Langenfeld: Neues Gleis für den Rhein-Ruhr-Express

Zwischen Leverkusen-Rheindorf und dem S-Bahnhof Langenfeld wird außerdem der Lärmschutz verbessert.

Bis der neue Rhein-Ruhr-Express (RRX) Fahrt aufnimmt und im 15-Minuten-Takt unter anderem die Großstädte Köln, Düsseldorf und Dortmund miteinander verbindet, werden noch mehr als zehn Jahre vergehen. "Frühestens 2025" werde der schnelle Regionalzug in Betrieb gehen, schätzt Michael Kolle.

Er ist bei der Bahntochter DB Projektbau GmbH verantwortlicher Planer für den bis dahin nötigen Ausbau. Zwischen Leverkusen-Rheindorf und dem S-Bahnhof Langenfeld wird zusätzlich zu den drei vorhandenen ein viertes Gleis gebaut, außerdem der Lärmschutz verbessert. Für kommenden Mittwoch sind 69 Langenfelder, die an den im vergangenen Frühjahr im Rathaus ausgelegten Plänen schriftlich Kritik geübt hatten, zu einem nicht-öffentlichen Erörterungstermin in die Hubertushalle eingeladen.

Ein Haltepunkt des RRX in Langenfeld wird in dieser Sitzung kein Thema sein. Bürgermeister Frank Schneider wartet somit weiter auf eine Antwort zu seinem Vorstoß bei Bahn, Bund und Land, jeweils eine Linie an den Bahnhöfen Langenfeld, Düsseldorf-Benrath, Leverkusen-Mitte und Köln-Mühlheim halten zu lassen, so dass Langenfeld und die anderen drei Bahnhöfe eine regionale Anbindung im Stundentakt erhielten. "In Antwortschreiben hatte ich das Gefühl, dass sich von den Verantwortlichen bislang niemand ernsthaft mit diesem Vorschlag befasst hat", klagt Schneider.

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Projektleiter Kolle verwies bei diesem Thema auf ein seinerzeit vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten, nach dem die RRX-Haltepunkte dann festgelegt worden seien. Die von Langenfeld aus nächstgelegenen Stationen sind danach der Düsseldorfer Hauptbahnhof und Leverkusen-Mitte. "Der RRX könnte nicht einfach in Langenfeld halten", merkte Kolle an. "Er wird ja auf der Fernbahnstrecke fahren, so dass dann auf Langenfelder Gebiet ein neuer Bahnsteig gebaut werden müsste." Die genannte Bundesstudie sei "die Grundlage, an die sich die Planer halten", ergänzte Bahn-Sprecherin Andrea Brandt.

Nach Kolles Worten muss für den Lückenschluss auf Langenfelder Gebiet auf 3400 Meter Länge ein neues Gleis verlegt werden. Er schätzt, dass es frühestens 2022 in Betrieb gehen wird. "Die bei der Monheimer Abzweigung ein- und ausfahrenden Güterzüge sollen nicht auf den vom RRX und den Fernzügen genutzten Gleisen fahren, sondern auf der S-Bahn-Strecke." Auch bei einer erwarteten Steigerung des dortigen Güterverkehrs von heute täglich zwölf auf 20 Fahrten werde der S-Bahn-Verkehr dadurch nicht beeinträchtigt, betonte Andrea Brandt. "Die S 6 wird Vorrang haben, entlang der Strecke wird es zusätzliche Ausweichstellen geben." Durch jeweils zwei eigene Gleise für Fernzüge (mit RRX) und die S-Bahn wäre nach Kolles Worten auch die bauliche Voraussetzung für den von Bürgermeister Schneider geforderten Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn in Richtung Köln geschaffen.

Zusätzliche, zwei bis sechs Meter hohe Lärmschutzwände (Gesamtfläche: 6800 Quadratmeter) sollen vor allem im südlichen Stadtgebiet errichtet werden. Außerdem werden wegen des zusätzlichen Gleises die Fußgängerunterführung Katzbergstraße verlängert und die A 542-Autobahnbrücke verbreitert.

(RP)