Langenfeld: Neuer Gymnasiumsleiter hatte ersten Schultag

Langenfeld : Neuer Gymnasiumsleiter hatte ersten Schultag

Acht Monate lang war das Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) ohne Rektor. Seit gestern ist Dr. Stephan Wippermann-Janda als neuer Schulleiter an Bord. "Dass es so lange gedauert hat, liegt nicht an mir", sprach der Rektor ins Mikrofon in der Mensa, wo ein Empfang für den 57-Jährigen stattfand.

Dazu hatte der Lehrerchor zwei Stücke eingeübt: Nach der Melodie von Reinhard Meys "Ich bin Klempner von Beruf" trällerten die Lehrer "Ich bin Lehrer von Beruf, ein dreifach Hoch dem der dies gold'ne Handwerk schuf..." eine überzeichnete Ode an den schönen Beruf, der — da ist sich das Kollegium einig — nicht immer schön sein kann.

Der zuvor als Lehrer am Düsseldorfer Marie-Curie-Gymnasium tätige Wippermann-Janda möchte nach eigenen Worten vor allem eines sein: ein Teamplayer. "Ich will nicht von oben etwas aufpropfen." Lieber sei ihm der Diskurs mit seinen Kollegen und ein "Ausgleich durch Gespräche". Um die Kommunikation zu erleichtern, hat der neue Schulleiter eine Box aufgestellt, in die Lehrer Vorschläge oder Änderungswünsche hineinwerfen können — auch anonym. Immer freitags will der Chef im Haus dann den Inhalt der Kiste aufarbeiten. Der 57-Jährige möchte eine Kultur des "Habe ich Sie richtig verstanden...?" am KAG etablieren.

Wippermann-Janda ist Nachfolger von Hans-Joachim Claas. Die Neubesetzung dauerte länger als sonst üblich. Für den neuen Rektor gab es auch noch entsprechende Stellen in anderen Städten zur Auswahl. "Aber ich freue mich, dass es Langenfeld geworden ist", meint der verheiratete Familienvater, dessen vier Kinder schon alle erwachsen sind. Als einziges Gymnasium habe das KAG hat einen wichtigen Stellenwert in Langenfeld, strich er heraus. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen der Stadt."

Wippermann-Janda wohnt weiterhin in Düsseldorf-Gerresheim, wo er am Marie-Curie-Gymnasium den Bereich Studien- und Berufswahl koordinierte. Er ist Lehrer für Deutsch, Englisch und Religion. Ab morgen wird er unterrichten, heute hat sein Kollegium noch einen Orientierungstag genehmigt. In seiner Biografie sticht sicherlich auch der Auslandsschuldienst hervor: Im mexikanischen Puebla arbeitete Wippermann-Janda an einer deutschen Schule.

Seine neuen Kollegen hatten nicht nur zwei Chorlieder zur Begrüßung dargeboten, sondern auch ein Geschenk mitgebracht. Axel Krause aus dem Lehrerrat überreichte seinem neuen Chef ein Instrument — und ließ ihn raten, was das wohl sein könnte. Ein Jagdhorn? Fast. Ein Posthorn war's, "weil die Stadt Langenfeld ein solches Horn im Wappen trägt", erklärte Krause. Der neue Direktor probierte das Blasinstrument auch gleich aus. Es kam tatsächlich ein Ton heraus. Mit Wippermann-Jandas Amtsantritt wurde die Claas-Nachfolge im zweiten Anlauf geregelt. Der Kandidat, der sich 2013 in einem Prüfverfahren durchgesetzt hatte, zog seine Bewerbung danach zurück.

(RP)
Mehr von RP ONLINE