Langenfeld: Neuer Anlauf für ein Jugendparlament

Langenfeld: Neuer Anlauf für ein Jugendparlament

Nach einstimmigem Beschluss im Fachausschuss wird in Langenfeld ein Konzept für die Beteiligung der Jugend erstellt..

Wer hätte das gedacht? In der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor der Kommunalwahl beschlossen die Politiker aller Parteien einstimmig, dass junge Langenfelder künftig mehr mitbestimmen sollen. Auf einen FDP-Antrag hin beauftragten sie gemeinsam die Verwaltung mit Konzepten, nach denen sich die Jugend stärker beteiligen und eigene Wünsche in die politische Diskussion einbringen kann. Den zunächst im FDP-Antrag enthaltenen Nachsatz, sich dabei an den Konzepten von Monheim und Hilden mit festen Jugendparlamenten zu orientieren, strichen sie auf Betreiben der CDU-Mehrheitsfraktion allerdings.

Nach Ansicht von Beate Wagner (FDP) bietet Langenfeld für 10- bis 18-Jährige in mehrfacher Hinsicht zu wenig. Sie berief sich auf Gespräche mit zugezogenen Familien, "die ein an Wünschen und Vorschlägen Jugendlicher orientiertes Freizeitangebot vermissten". Zudem seien im Kulturgutachten die Interessen junger Langenfelder kaum abgebildet und müssten die Angebote zwischen Sportvereinen, kirchlichen Einrichtungen und Stadtverwaltung besser aufeinander abgestimmt werden.

Nach Ansicht der FDP könnte ein Jugendparlament wie in den Nachbarstädten die Interessen der jungen Langenfelder unmittelbar vertreten. Wenn dessen Vorschläge dann in den Ratsgremien aufgegriffen würden, wäre dies nach Wagners Worten "ein gutes Signal, dass Jugendliche wahr- und ernstgenommen werden".

"Die Begründung ist gut", befand Michaela Detlefs-Doege (CDU) in der Ausschusssitzung. "Aber wir sollten uns nicht von vorne herein auf ein Jugendparlament festlegen." Der in Langenfeld unternommene Versuch, alljährlich Heranwachsende am so genannten politischen Geburtstag mit einem informativen und unterhaltsamen Programm anzusprechen, reiche nicht. "Es ist sicher sinnvoll", so Detlefs-Doege, "politische Willensbildung Jugendlicher zu fördern. Die Frage ist nur, in welcher Form." Ihr Fraktionskollege Sebastian Köpp sprach sich für projektbezogene Arbeitsgruppen statt eines Jugendparlaments aus.

"Die Zeit ist reif für mehr Mitbestimmung", stellte für den Stadtjugendring Sven Lucht in der Sitzung fest. Er erinnerte an "bislang vergebliche eigene Vorstöße in dieser Sache seit 15 Jahren". Das taten für ihre Fraktionen auch Elke Horbach (SPD) und Christian Wozny (BGL). Nach dem Vorschlag des städtischen Fachbereichsleiters Ulrich Moenen, das Konzept für Beteiligungsformen möglichst offen zu halten, forderte Horbach, schon bei der Festlegung der Mitwirkungsmöglichkeiten junge Leute einzubeziehen. Das sah auch Wozny so: "Wir können nicht einfach von oben herab bestimmen, wie sich Jugendliche einbringen sollen."

(RP)