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Monheim: Neue Zentrifugen entwässern Klärschlamm

Monheim : Neue Zentrifugen entwässern Klärschlamm

5,9 Millionen Euro lässt sich der Bergisch-Rheinische Wasserverband die neue Faulschlammentwässerungsanlage im Klärwerk an der Niederstraße kosten, davon allein drei Millionen für die Maschinentechnik.

Der Aufwand ist erforderlich, um die Rückstände, die bei der Reinigung der in den Städten Hilden, Langenfeld und Monheim anfallenden Abwässer entstehen, nach dem neuesten Stand der Technik zu entsorgen. Es wäre unwirtschaftlich gewesen, die erste, bereits 1981 in Langenfeld erbaute Anlage zu sanieren und aufzurüsten.

In der ersten Klärstufe, der mechanischen Behandlung der Abwässer, setzt sich vor allem Schlamm in der Vorklärung ab. Dieser energiereiche Klär- oder Faulschlamm gelangt in die beiden hohen, von weitem sichtbaren Faultürme, wo er bei konstant 36 Grad Faulgas erzeugt, das zur Energieerzeugung in zwei Blockheizkraftwerken (BHKW) genutzt wird. "Wir können damit 60 Prozent des für das Klärwerk benötigten Strombedarfs selbst decken", freut sich Markus Koch, Fachbereichsleiter Abwasser beim BRW. Zusätzlich wird die bei der Stromerzeugung in den BHKWs entwickelte Wärme genutzt, um die Betriebsgebäude und die Faulbehälter zu heizen.

Neu sind in Monheim vor allem die beiden innovativen Hochleistungszentrifugen, die eine Entwässerungskapazität von jeweils 30 Kubikmeter Nassschlamm pro Stunde besitzen. Die Trommeln der Zentrifugen drehen mit etwa 3.000 U/min und erzeugen dadurch ein künstliches Schwerefeld von dem 3.000-fachen der Erdanziehung. Der zuvor durch Zugabe von polymeren Flockmitteln konditionierte, in einen gut entwässerbaren Zustand gebrachte Nassschlamm, wird dadurch in seinem Trockensubstanzgehalt von ursprünglich etwa drei Prozent auf schließlich 24 bis 27 Prozent gebracht. Der dann etwa erdfeuchte Faulschlamm wird in einem ebenfalls neuen Hochsilo zwischengelagert und von dort mittels Lkw-Container verladen und zur thermischen Verbrennung (etwa in Kraftwerken) abgefahren.

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Das dem Schlamm entzogene Wasser enthält allerdings relativ hohe Stickstoffanteile, das im Klärwerk zukünftig mit minimalem Energieeinsatz einer sogenannten anaeroben Deammonifikation unterzogen wird, ehe es wieder in den Zulauf des Klärwerks abgegeben wird. "Die Behandlung in den insgesamt 2.750 Kubikmeter großen Bioreaktoren erfolgt unter dem Einsatz von Mikroorganismen", erklärt Betriebsstellenleiter Volker Kaiser. Das Besondere ist, dass die Bioreaktoren hier mit sehr speziellen Bakterien, den sogenannten Planktomyceten angeimpft werden, die durch ihren speziellen Stoffwechsel dieses Verfahren erst ermöglichen. "Um diesen vergleichsweise langsam wachsenden Bakterien optimale Lebensbedingungen zu schaffen, ist eine ausgeklügelte Verfahrenstechnik mit erhöhtem Mess- und Regelaufwand erforderlich", ergänzt Koch.

(mmo)