Weihnachten Der Stern Weist Den Weg: Neue Krippe kommt aus Afrika

Weihnachten Der Stern Weist Den Weg : Neue Krippe kommt aus Afrika

In der Baumberger Friedenskirche stehen jetzt 16 in Tansania gefertigte Figuren aus Ebenholz.

Rechtzeitig zu den Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest war die große Kiste mit dem wertvollen Inhalt angekommen. Sie hat eine lange Reise von Tansania bis zur evangelischen Friedenskirche in Baumberg hinter sich. Nach den Worten von Pfarrer Peter Becker war es der Wunsch vieler Gemeindemitglieder, "die Geburt Christi durch Szenen einer Weihnachtskrippe darstellen zu können". So ist jetzt in einer der Nischen im Kirchraum ein wunderbares Ensemble aus 16 Krippenfiguren zu sehen. Das ist auch als sichtbares Zeichen großer Verbundenheit zur afrikanischen Partnergemeinde.

Beim Sonntagsgottesdienst konnte die Gemeinde die vollständige Krippe mit Maria und Josef, dem Jesuskind unter dem Stern, den Verkündigungsengeln, Hirten, Königen und Tieren bereits bewundern. Die bis zu einen Meter großen Figuren hatten Kunsthandwerker vom Volk der Makonde in Tansania gefertigt. Sie sind leicht stilisiert, doch mit sehr ausdrucksstarken Gesichtern. Von weitem wirken sie wie ein schwarzer Schattenriss, doch in der Nähe wird deutlich, dass sie aus feinstem Ebenholz meisterhaft geschnitzt und glänzend schwarz poliert sind.

Peter Becker ist seit fast 30 Jahren Pfarrer in der Friedenskirche Baumberg. 15 Jahre lang hat er als Vorsitzender die Partnerschaft zwischen dem evangelischen Kirchenkreis Leverkusen und der Karagwe-Diözese im Nordwesten Tansanias mit vorangebracht. Er war es, der bei früheren Besuchen auf den Märkten in Arusha die außergewöhnlich sprechenden Holzskulpturen kennen gelernt und für sich selbst einige kleinere Figuren erworben hat.

"Mich hatten die Holzschnitzer, die solche Kunstwerke herstellen, plötzlich sehr interessiert", sagt der Baumberger Seelsorger. Ihren Höhepunkt habe die Schnitzkunst der Makonde in den 1960er-Jahren bis in die frühen 1990er-Jahre gehabt. Mit dem Tode einiger prägender Schnitzer gebe es nur noch wenige Nachfolger. "Unser langjähriger Vorsitzender des tansanischen Freundschaftskomitees in Karagwe, Arthur Kanwakaita, konnte noch Schnitzer in Daressalam ausfindig machen, die die Schnitzkunst in vergleichbarer Qualität und Ausdruckskraft beherrschen", freut sich Pfarrer Becker.

Das Ensemble passt nicht nur seiner Ansicht sehr gut in das Baumberger Gotteshaus. "Da unsere Kirche eine eigenwillige strenge Sichtbeton-Architektur hat, war es etwas schwierig, eine adäquate Krippe für diesen außergewöhnlichen Kirchenbau zu finden." In verschiedenen Gesprächen kristallisierte sich schließlich die Meinung heraus, dass sich die schwarzen Figuren mit ihrer schlichten Schönheit wohl hervorragend in die bestehende Räumlichkeit einfügen würden. "Und so ist es nun geschehen."

Doch bis dahin waren noch einige Hürden zu nehmen. Pfarrer Becker erinnert sich, dass nach dem vor einem Jahr aufgenommenen Kontakten mit den Partnern in Tansania ein wahrer Formularwust wegen des Importes bewältigt werden musste. "Weil Ebenholz ein auf der Roten Liste stehendes Tropenholz ist." Letztlich wurde dann aber doch eine Genehmigung zum Kauf erteilt. "Weil das Holz aus Tansania stammt", so Becker, "und weil es von einheimischen Künstlern bearbeitet wird." Nachdem die Krippe fertig geschnitzt war, entstand eine logistische Herausforderung: die 200 Kilogramm schwere Last nach Deutschland zu schaffen. Letztlich hat alles genau zu Weihnachten geklappt.

Die Krippe steht nun erhöht in einer Nische, die wie für sie gemacht scheint und bleibt bis zum 2. Februar im Kirchraum stehen. Unter dem aufgeständerten, Weg weisenden Stern liegt das Jesuskind in seiner Krippe — in ein afrikanisches Tuch gewickelt. "So zieht der Stern über dem Stall nicht nur die Heiligen Drei Könige an", sagt Pfarrer Becker fröhlich. "Sondern er lockt auch den Besucher der Friedenskirche direkt zum Kind in der Krippe."

(kneb)