Neue Gesamtschule startet in Monheim nach den Ferien

Start nach den Ferien : Gesamtschule – individuell und digital lernen

Der neue Gebäudekomplex am Berliner Ring wird Ende Juli abgenommen. 130 Schüler starten dort nach den Sommerferien in fünf Zügen.

Martin Paeslack ist stellvertretender Leiter der Monheimer Sekundarschule. Der 50-Jährige freut sich, dass die großen Sommerferien jetzt endlich begonnen haben. Doch er wartet ebenso  gespannt darauf, dass der Schulbetrieb in sechs Wochen wieder losgeht. Dann wird der Lehrer für Englisch und Gesellschaftslehre außerdem kommissarischer Leiter der neuen Monheimer Gesamtschule am Berliner Ring sein. Diese Aufgabe übernimmt er solange, bis die Bezirksregierung in Düsseldorf die Leiterstelle besetzt hat. Das soll im Herbst der Fall sein. Das Auswahlverfahren läuft. 130 Fünftklässler werden erstmals in das neue Gebäude, das sich die Gesamtschule mit dem Otto-Hahn-Gymasium und der Sekundarschule teilt, einziehen. „Ein phantastischer Bau“, lobt Peter Heimann,  Fachbereichsleiter im Monheimer Rathaus. Der Komplex  ist pünktlich zum neuen Schuljahr 2019/20 fertig geworden und wird Ende Juli abgenommen.

Die Mädchen und Jungen lernen ab Klasse fünf individuell. „Das haben wir uns von den Grundschulen abgeguckt“, sagt Paeslack. Der rythmisierte Ganztag sieht Freiarbeitsstunden in Deutsch, Mathematik und Englisch vor. Die werden von den Lehrern, die hier „Lernbegleiter“ heißen, betreut. 21 Kollegen inklusive Sonderpädagogen (auch in Teilzeit) unterrichten an der Gesamtschule. Und noch etwas ist anders, als es viele vielleicht aus dem eigenen Schulalltag kennen: Der Tag beginnt um 7.30 Uhr (bis 8 Uhr) mit Yoga. Später könne beispielsweise Joggen oder Musizieren hinzukommen. Paeslacks erklärtes Ziel ist es, dass alle „motiviert und mit Freude lernen“. Die neue Gesamtschule legt ihre Schwerpunkte auf die Naturwissenschaften, auf Erziehung und Soziales sowie auf Sport und Gesundheit. Zusätzlich gebe es „Profilstunden“. Schon in der Fünften steht Biochemie auf dem Plan. Die Anfänge seien eher spielerisch und praktisch ausgerichtet. „Wir gucken uns beispielsweise an, wie ein Hefeteig funktioniert“, sagt der kommissarische Schulleiter. Über eine eigens eingerichtete Software sind Erfolgskontrollen für die Lehrer und Eltern möglich. „Sie können sich über den Lernstand der Kinder informieren“, berichtet Peter Heimann. Vorbild ist die Alemannenschule in Wutöschingen im Südschwarzwald. „Die Lehrer konnten dort hospitieren und waren begeistert.“ Und auch das neue Gebäude am Berliner Ring kommt bei ihnen gut an: Im Erdgeschoss sind die Fachräume für die Gesamt- und die Sekundarschule sowie der Musikraum untergebracht. Auch die Verwaltung ist dort beheimatet. In der ersten Etage lernen die Sekundarschüler, im zweiten und dritten Stock hat die Gesamtschule ihre Klassenräume. Weitere Fachräume, die die Gymnasiasten nutzen, befinden sich in den Etagen zwei bis vier. Paeslack ist vom Raumkonzept begeistert. „Wir durften bei der Gestaltung des Gebäudes mit planen.“ Und so wurden Lernecken und Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler auch auf den Fluren und auf Emporen geschaffen. Doch der Platz wird nur einige Jahre reichen. Für die Oberstufe der Gesamtschule, G9  und sieben Züge am Gymnasium wird bald weiter gebaut.

Im Fokus der neuen Schullandschaft am Berliner Ring stehe der „Campusgedanke“, betont Paeslack. „Wir suchen gezielt die Kooperation mit den anderen.“ So sind Tutoren-Programme mit den Gymnasiasten geplant. Für die Lehrer beginnt die Schule nach den Ferien etwas früher als für die Kinder. Sie treffen sich am 22. und 23. August  zu einer Tagung und planen die Konzepte für die ersten Wochen. Martin Paeslack freut sich  darauf.

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