1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: Neue Denkmaltafel für altes Fachwerk

Langenfeld : Neue Denkmaltafel für altes Fachwerk

Häuser, die in altdeutscher Skelettbauweise mit Holz errichtet wurden, sind in Langenfeld selten. Um so glücklicher schätzen sich die Mitglieder des Umweltschutz- und Verschönerungsvereins, erneut zwei Fachwerkhäuser mit der UVL-Denkmalplakette versehen zu haben.

Mit den beiden Fachwerkhäusern Grünstraße 9 und 11 wurde am Samstag das 29. Objekt in die Liste der "Baudenkmäler in Langenfeld" aufgenommen. Peter Speldrich, der Vorsitzende des Umweltschutz- und Verschönerungsvereins (UVL), und Bürgermeister Frank Schneider enthüllten auf einer den Häusern gegenüberliegenden Grünfläche die ovale Tafel mit den wichtigsten Daten zu den Ende des 18. Jahrhunderts errichteten Gebäuden.

"In unserer 65 Jahre jungen Stadt wollen wir auf die wenigen Beispiele alter Bausubstanz aufmerksam machen", beschrieb Bürgermeister Frank Schneider bei der kleinen Zeremonie Ziel und Sinn der seit 1984 verliehenen Plaketten. Für Peter Speldrich liegt der besondere Reiz des Ensembles in der Grünstraße darin, dass es "inmitten der Neubauten rundherum seine besondere Wirkung entfaltet".

Zu den Gästen am Samstag zählte auch Johanna Stock, deren Ur-Großvater, der Schalenschneider Wilhelm Berghahn, das Haus Grünstraße 11 im Jahr 1886 erwarb und dort nicht nur seine Werkstatt betrieb sondern auch mit Ehefrau und zwölf Kindern wohnte. Ein Foto von 1940 zeigt Johanna Stocks Großmutter Johanna vor dem Haus anlässlich ihres 80. Geburtstags.

  • Die Front des schwarzen BMW ist
    Unfall in Langenfeld : Zwei leicht Verletzte und Stau nach Unfall in Langenfeld
  • Roman Lang vom Abenteuerspielplatz in Monheim
    Monheimer Stadtwette : Ein Lehmofen für den Abenteuerspielplatz
  • Beim Kartoffelfest gibt es auch reichlich
    Im September : Grünes Licht für Kartoffelfest

Es war ein Zufall, der Peter Speldrich und Johanna Stock zusammenführte, intensive Nachforschungen in Archiv und Bauverwaltung waren bis dahin lange erfolglos. Auch zur Geschichte des Hauses Grünstraße 9 gibt es erst seit Anfang des vorigen Jahrhunderts konkrete Unterlagen. Man weiß, dass das Haus im Besitz der Eheleute Schüttler war, die von einer Witwe Giebels 1931 monatlich 21,20 Reichsmark Mietzins verlangten, die diese aber wegen des reparaturbedingten Zustands einbehielt.

Heute sind beide Häuser in einem Top-Zustand. 1983 unter Denkmalschutz gestellt, wurden sie 1990 nach den Vorgaben des Denkmalschutzes komplett renoviert, eine Auflage für den Investor, der auf den benachbarten Grundstückenden einen Wohnpark errichtete.

Die heutigen Eigentümer oder Mieter fühlen sich in den kleinen Räumen erkennbar wohl, loben die gemütliche Atmosphäre und das Raumklima. Neu-Eigentümerin Ulrike Henkel kam aus Hagen, die gelernte Tischlerin und Bautechniklehrerin an einem Berufskolleg suchte lange nach genau solch einem Fachwerkhaus. Jetzt genießt sie die Lage Langenfelds im rheinischen Großraum und "vor Ort das zentrumnahe Leben in völliger Ruhe". Für Silvia Mann und ihre Familie aus Hilden war es "Liebe auf den ersten Blick". Sie suchte vor mehr als zehn Jahren eigentlich nur eine normale Mietwohnung.

Fachwerkhäuser sind heute in Langenfeld gewissermaßen eine Rarität. Aber auch früher waren sie in der Posthorn-Stadt kein Standard. Viele Gebäude in der Denkmalliste sind in Mischbauweise entstanden, auch Schiefer spielte hier am Rande des Bergischen Landes immer eine Rolle. Welche Gebäude mit der UVL-Plakette versehen werden, entscheidet der Vereinsvorstand, der sich dabei mit der Denkmalbehörde abstimmt. Peter Speldrich ist zu diesem Zweck regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs und fotografiert oder studiert alte Unterlagen. "Die nächsten Projekte sind in Planung", kündigte er am Samstag an.

(mmo)