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Langenfeld: Neanderland soll Touristen anlocken

Langenfeld : Neanderland soll Touristen anlocken

Die zehn Städte des Kreises Mettmann präsentierten gestern in Haan die neue Strategie und das neue Erscheinungsbild für den Tourismus in der Region.

Die zehn Städte des Kreises Mettmann präsentierten gestern in Haan die neue Strategie und das neue Erscheinungsbild für den Tourismus in der Region.

Wohin würde Thomas Hendele seine Gäste von auswärts führen, wenn sie im Kreis Mettmann zu Besuch wären? Bei gutem Wetter eine Radtour zur Wasserburg Haus Graven nach Langenfeld unternehmen und anschließend auf dem Monberg in Monheim in der Nähe des Rheins entspannen, lautete die Antwort des Landrats. "Ich würde mich auf das Naturerlebnis einlassen, Wasserski in Langenfeld fahren oder das Panorama auf dem Radweg Niederbergbahn genießen", sagte Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Auftaktveranstaltung für das neue "neanderland" in der Alten Pumpstation in Haan. Unter dieser Marke will der Kreis den Tourismus in der Region über die Grenzen hinaus noch bekannter machen.

Gemeinsam mit Hendele lüftete Schneider, stellvertretend für seine neun Amtskollegen aus dem Kreis, als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz das Geheimnis und präsentierte das neue Logo für das Neanderland, ein geschwungenes, grünes "n". "Das neue Logo und das Konzept sind identitätsstiftend und das Interessante an dem Projekt. Bevor ich vor drei Jahren Bürgermeister in Langenfeld wurde, kannte ich nicht viel von den anderen Städten im Kreis", gab Schneider zu. Für die 200 Gäste war das neue Symbol wohl gewöhnungsbedürftig. Denn nur zögerlich und skeptisch gab es für das neue Markenzeichen verhaltenen Applaus. "Womöglich können wir in einigen Jahren mit Stolz sagen, dass wir nicht aus dem Kreis Mettmann, sondern aus dem Neanderland kommen", schloss Tatjana Pioschyk. Die Chefredakteurin von Radio Neandertal moderierte die Podiumsdiskussion.

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Die neue Marke soll nun künftig branchenübergreifend den Tourismus im Kreis Mettmann unter ein Dach bringen. Schließlich habe die grüne Region vieles zu bieten. Vor allem soll das Neanderland den Aktivtourismus in den Bereichen Wandern, Radfahren, Sport und Action stärker betonen. Schließlich gebe es mit dem Panorama-Radweg Niederbergbahn zwischen Haan und Essen, dem geplanten Steig, einem 230 Kilometer langen Wanderweg, der im Sommer eröffnet wird, und der Wasserskianlage in Langenfeld und vielen Golfplätzen ein breites, abwechslungsreiches Angebot.

Informieren kann man sich künftig in dem fast 60-seitigen Reisekatalog "Neanderland für Entdecker", dem Infoflyer "Neanderland auf einen Blick" und dem "Neanderland Erlebnistourenflyer". Das Herzstück der neuen Kommunikationsstrategie ist die Internetseite www.neanderland.de, die gestern freigeschaltet wurde. Darauf wird das touristische Angebot im Kreis Mettmann – nach Themen, Zielgruppen, Aktivitäten oder Städten sortiert – übersichtlich präsentiert. Das neue Konzept entwickelte der Arbeitskreis Neanderland Marketing und Tourismus, dem Vertreter der zehn kreisangehörigen Städte Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld, Mettmann, Monheim, Ratingen, Velbert und Wülfrath, des Neanderthal Museums, des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) angehören.

"Es ist lohnend, den Kreis touristisch zu vermarkten. Experten haben uns dazu ermutigt, diese Marke zu entwickeln", sagte Landrat Hendele. Zu diesen Experten gehörten Prof. Dr. Bernd Günter, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, und Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Vreins Tourismus NRW., die das Podium komplettierten. "Die Marke bringt zum Ausdruck, wo das Zentrum des Kreises liegt, nämlich im Neandertal. Der Neanderthaler ist schließlich weltbekannt", sagte Günter.

"Das Urlaubsverhalten der Menschen hat sich verändert. NRW lebt von starker Regionalität im Tourismus. Wir brauchen also Netzwerke, die über einzelne Produkte hinausreichen", sagte Döll-König.

(RP)