1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Naturschützer wollen in Langenfeld weniger Schottergärten

Bebauungspläne : Naturschützer gegen Schottergärten

Die Stadt legt ihren Baugenehmigungen regelmäßig Flyer zum Thema Vorgarten bei. Der BUND reagiert jetzt auf Beschlüsse zu den Bebauungspläne Gut Hecke und Steinrausch/Martinstraße.

Karl Wilhelm Bergfeld sind Schottergärten seit jeher ein Dorn im Auge. Der BUND-Ortsvorsitzende in Langenfeld hat deshalb auch sofort reagiert, als die endgültigen Beschlüsse zu den Bebauungsplänen Gut Hecke und Steinrausch/Martinstraße vorlagen. Der Forderung der Naturschützer, bereits im Bebauungsplan die Anlage von Stein- und Kiesgärten auszuschließen, sei nicht gefolgt worden, schreibt er an Stadtverwaltung und Rat. Er kritisiert außerdem, die Argumentation der Stadt sei widersprüchlich. Einerseits verweise die Verwaltung auf die Bauordnung. Danach sollten nicht überbaute Grundstücksflächen bepflanzt oder begrünt werden. Demnach seien Schotterflächen nicht erlaubt. Andererseits verweise man auf das Eigentumsrecht bezüglich der freien Gestaltung, die wiederum solche Flächen nicht ausschließe.

Bergfeld wünscht sich Hinweise auf die relevanten Paragraphen der Bauordnung bei den einzelnen Baugenehmigungen. Und es wäre gut, wenn der Baugenehmigung auch ein Flyer des Klimaschutzteams zur umweltfreundlichen Gartengestaltung beigefügt würde, sagt er.  „Schließlich wäre es ein Widerspruch, wenn die Stadt einerseits Wildblumensamen zur Anlage von insektenfreundlichen Wiesenflächen verteilt und anderseits lebensfeindliche Steinwüsten zulässt“, so der Naturschützer. Er ergänzt, man fordere im Einklang mit der Bauordnung ein Verbot von arten- und vegetationsarmen Schotter- und Kiesflächen. „Audrücklich nicht gemeint sind unter Verwendung von Kies, Splitt oder Schotter angelegte Trockenstandorte mit  entsprechender üppiger Vegetation, die eine wertvolle Bereicherung für Flora und Fauna darstellen.“

Stadtplaner Stephan Anhalt teilt mit, dass ein städtischer Flyer zum Thema „Schottergärten“ bereits seit Herbst 2019 existiere, im Rathaus ausliege und den Baugenehmigungen beigefügt werde. Darin enthalten sei sowohl der Hinweis auf den entsprechenden Paragraphen der Bauordnung und eine Aufklärung über die Folgen von Schottergärten. Der Flyer enthalte außerdem auch das Angebot, sich vom städtischen Klimaschutzteam bei der Gestaltung eines naturnahen Gartens beraten zu lassen. Der Flyer werde außerdem auf die städtische Homepage gestellt, kündigt Anhalt an.