Monheim: Naturgärten liefern Futter für Insekten

Monheim: Naturgärten liefern Futter für Insekten

Gartenprofi Barbara Stark gestaltet Grünflächen, damit sie zu Lebensräumen für schützenswerte Tiere werden.

Als Naturgartenprofi hat sich die Monheimerin Barbara Stark darauf spezialisiert, Grünflächen so zu gestalten, dass möglichst viel Lebensraum für schützenswerte Insekten und andere Tiere entsteht. Bei einem Vortrag in der VHS konnten interessierte Bürger einiges an Informationen für die eigene ökologische Gartenplanung dazugewinnen.

Foto: Barbara Stark neu

"Alles, was der Garten hergibt, bleibt im Garten", lautet die Devise von Barbara Stark und wer bereit ist, sich einzulassen, auf die von der engagierten Naturschützerin beschriebenen Zusammenhänge eines funktionierenden Ökosystems, der wird schnell einsehen, dass Laub oder Obstbaumverschnitt tatsächlich nicht entsorgt gehören. "Eins muss klar gestellt werden, ein Naturgarten muss nicht chaotisch oder ungepflegt aussehen, so wie es viele oft denken, denn auch eine solche grüne Oase hat eine Struktur", erklärt Barbara Stark bei ihrem VHS-Vortrag den Zuhörern, "Totholz, also alles, was nicht mehr am Stamm hängt, kann wunderbar locker gestapelt werden, man nennt das dann Benjeshecke. Holz schafft für Kleinstlebewesen wunderbare Unterschlupfmöglichkeiten, Käfer bohren Gänge, die Wildbienen zur Eiablage nutzen. Vögeln finden Schutz und brüten dort und durch den Kot der zahlreichen Tiere werden Pflanzensamen ausgeschieden, so dass die Hecke in absehbarer Zeit einen blühenden Sichtschutz bietet."

Ganz besonders liegt der Naturgartenexpertin und Kräuterpädagogin der Erhalt der unzähligen Wildbienenarten am Herzen. "Bestäubende Insekten stehen nahezu am Beginn der Nahrungskette. Sie sind unverzichtbar für unsere Vögel und andere Lebewesen. Sie sorgen dafür, dass sich Pflanzen und Blumen weiterverbreiten können und 30 Prozent unseres Obstes und Gemüses entstehen allein durch die Bestäubungsleistung der fleißigen Tierchen. Daher ist es ganz wichtig, dass in unseren Gärten Wildblumen blühen, die den Tieren Nahrung geben." Denn: Viele der gezüchteten Blumen, zum Beispiel Geranien aus dem Pflanzencenter, blühten zwar wunderbar, seien aber steril, weiß die Fachfrau: "Das bedeutet, dass man ihnen sozusagen die Gebärmutter herausgezüchtet hat, denn Pollen- und Nektarproduktion kosten die Pflanze Energie, die sie aus kommerzieller Sicht in Wachstum und Blütenkraft stecken soll."

Wo man denn Wildblumen bekommt, möchte eine Zuhörerin wissen. "Es gibt sie im Onlinehandel und teilweise haben auch die großen Gärtnereien mittlerweile Abteilungen dafür", erläutert Barbara Stark, gibt allerdings eins zu bedenken. "Wenn Sie beispielsweise Mohnblumensamen aus der Türkei bestellen, achten Sie darauf, ob die genannte Blütezeit mit dem Lebenszyklus der Insekten hier bei uns übereinstimmt. Das ist sehr wichtig, sonst finden beide nicht zueinander." Auch eine andere, nicht unwichtige Erkenntnis hat die Dreifachmutter im Laufe der Zeit gewonnen. "Wildblumen sind nicht annähernd so empfindlich wie gezüchtete Blumen. Wenn zum Beispiel ein Ball ins Beet fliegt, dann überleben die Pflanzen es auch, wenn Kinderfüße mal drauftreten."

Natur, so schwärmt die Expertin, funktioniert nach den physikalischen und statischen Grundprinzipien. Steine, Wasser, Holz, all das sind Elemente, die Kreativität und kindliches Spiel fördern. "Meine Tochter hat sich im Garten mit Ästen einen Springparcours gebaut und Pferd gespielt", erinnert sich Barbara Stark, "sie hatte Spaß und Bewegung."

(dani)